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Inland 01.03.2026, 03:13 Aktualisiert: 01.03.2026, 06:01

Vandalismus im Bahnverkehr: Graffiti und Sachbeschädigungen verursachen hohe Kosten und Beeinträchtigungen

Bundespolizei registrierte 2025 mehr Sachbeschädigungen an Bahnanlagen.

Wichtige Fakten

  • Bundespolizei registrierte 2025 mehr Sachbeschädigungen an Bahnanlagen.
  • Deutsche Bahn: Graffiti verursacht jährlich 12 Millionen Euro Schaden.
  • Berlin: 1.983 Graffiti-Delikte Januar-Oktober 2025, Tendenz steigend.
  • Täter sind meist männlich, 21-45 Jahre alt, aus verschiedenen Berufen.
  • Einzelne Reinigungen kosten Regionalbahnen bis zu 5.000 Euro pro Zug.

Zunahme von Vandalismus und hohe Kosten

Laut Bundespolizei haben Sachbeschädigungen an Zügen und Bahnanlagen im vergangenen Jahr zugenommen. Die Deutsche Bahn beziffert die jährlichen Schäden durch Graffiti allein auf 12 Millionen Euro. Besonders betroffen ist Berlin, wo die Bundespolizei zwischen Januar und Oktober 2025 1.983 Graffiti-Delikte registrierte – deutlich mehr als in München (872) oder Hamburg (515). Die Täter bleiben oft unerkannt.

Auswirkungen auf Betrieb und Fahrgäste

Vandalismus hat gravierende Folgen: Ein Brand am S-Bahnhof Wedding in der Silvesternacht, mutmaßlich durch Pyrotechnik verursacht, führte zu wochenlangen Sperrungen und Reparaturkosten von rund 300.000 Euro. Auch besprühte Züge müssen aus dem Verkehr gezogen werden, was zu Fahrzeugausfällen, erhöhten Reinigungskosten (bis zu 5.000 Euro pro Zug) und Umleitungen für Fahrgäste führt. Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) muss sich mehrmals monatlich mit beschmierten Zügen befassen.

Polizeiliche Maßnahmen und Täterprofile

In Berlin wurde ein gemeinsames Fachkommissariat von Landeskriminalamt und Bundespolizei eingerichtet, um schwere Fälle zu bearbeiten. Laut Kriminalrat Sascha Silawi sind die Täter meist männlich, zwischen 21 und 45 Jahre alt, und kommen aus unterschiedlichen Berufsgruppen. Motive sind Aufmerksamkeit und Anerkennung, oft unterstützt durch Videos in sozialen Medien. Ein Sprayer namens Fiak beschreibt das Sprayen als „Kunst“ und vergleicht es mit einer Sucht, während die Polizei es klar als Sachbeschädigung einstuft.

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