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Politik 12.06.2026, 05:01 Aktualisiert: 12.06.2026, 06:01

Vertreibungen in Ost-Jerusalem: Palästinenser verlieren ihre Häuser

Seit 2023 wurden 59 palästinensische Häuser in Silwan zerstört.

Wichtige Fakten

  • Seit 2023 wurden 59 palästinensische Häuser in Silwan zerstört.
  • Die israelische Gemeinde plant einen biblischen Park im Gebiet al-Bustan.
  • Auch in Großbritannien wächst der Druck auf Labour, härter gegen Israel vorzugehen.
  • Fast 900.000 israelische Siedler leben in Ost-Jerusalem und der Westbank.
  • Ein siebenjähriger Palästinenser verlor fast seine Sehkraft durch zerbrochene Brille.

Höchste Zeit für Ost-Jerusalem

In Ost-Jerusalem verstärkt Israel die Vertreibung von Palästinensern. Seit Ende 2023 wurden allein im Stadtteil Silwan 59 Häuser abgerissen. Die israelische Gemeinde plant dort die Umwandlung des Gebiets al-Bustan in einen biblischen Park, der von einer jüdischen Siedlerorganisation betrieben werden soll. Die Palästinenser beklagen, dass Baugenehmigungen für sie fast unerreichbar sind. Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation Bimkom entfielen 2025 lediglich 7 Prozent der neuen Wohnungsgenehmigungen in Jerusalem auf Palästinenser, die etwa 40 Prozent der Stadtbevölkerung stellen. Bewohner, die von Abriss bedroht sind, reißt ihr Haus oft selbst, um hohe Geldstrafen zu vermeiden.

Internationale Reaktionen

Auch andere Staaten geraten unter Druck. In Großbritannien glauben Aktivisten der Palästinenser-Solidaritätsbewegung, dass die Regierung nach der Wahl eines neuen Labour-Vorsitzenden eine härtere Haltung gegenüber Israel einnehmen könnte. Eine Umfrage unter Labour-Mitgliedern ergab, dass 87 Prozent für ein Verbot des Handels mit Siedlungen sind, 78 Prozent für ein vollständiges Waffenembargo. Bislang zeigt Großbritannien jedoch nur geringe Fortschritte: Es erkannte Palästina als Staat an, verhängte Teilembargos und Sanktionen gegen Siedlergruppen, ein vollständiger Handelsstop blieb aus.

Schicksal eines Jungen

Die gesundheitlichen Folgen der Blockade werden auch am Fall des siebenjährigen Ayoub Junaid deutlich. Der stark kurzsichtige Junge war tagelang fast blind, nachdem seine Brille zerbrochen war und Ersatz schwer zu beschaffen war. Mediziner in Gaza berichten, dass wegen israelischer Blockaden Spezialgeräte fehlen, Tausende Patienten auf Operationen – außerhalb des Gazastreifens medizinische Evakuierung benötigen.

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