Vetternwirtschaft-Vorwürfe erschüttern Starmer-Regierung
Wichtige Fakten
- • Sir Olly Robbins beschuldigt Downing Street, das Vetting von Lord Mandelson als unnötig betrachtet zu haben.
- • Mandelson erhielt Sicherheitsfreigabe trotz Bedenken der Vetting-Behörde UKSV.
- • Downing Street bestreitet Vorwürfe und wirft Robbins Fehlurteil vor.
- • Neue Enthüllungen: Auch für Matthew Doyle wurde diplomatischer Posten erwogen.
- • Premierminister Starmer räumt Fehler bei Mandelsons Ernennung ein.
Vetternwirtschaft-Vorwürfe erschüttern Starmer-Regierung
Der ehemalige Spitzenbeamte Sir Olly Robbins hat der Downing Street vorgeworfen, bei der Ernennung von Lord Mandelson zum britischen Botschafter in den USA eine "dismissive attitude" (abschätzige Haltung) gegenüber dem Sicherheitsvetting eingenommen zu haben. In einer Aussage vor dem Auswärtigen Ausschuss des Unterhauses beschrieb Robbins, dass es von Nummer 10 "konstanten Druck" gab, Mandelson so schnell wie möglich im Amt zu haben, und dass das Vetting für jemanden seines Status als unnötig angesehen worden sei. Downing Street bestreitet diese Vorwürfe und erklärt, es sei angemessen gewesen, nach Updates zum Ernennungsprozess zu fragen.
Vetting-Prozess unter Beschuss
Lord Mandelson, ein ehemaliger Labour-Minister, wurde im Dezember 2024 als Botschafter in den USA angekündigt, obwohl die Vetting-Behörde UKSV (UK Security Vetting) Bedenken äußerte und seine Sicherheitsfreigabe zunächst nicht empfehlen wollte. Robbins, der im Januar 2025 die Leitung des Foreign Office übernahm, gab Mandelson dennoch die Freigabe, nachdem er eine mündliche Einweisung erhalten hatte, dass es sich um einen "Grenzfall" handle und Risiken gemanagt werden könnten. Premierminister Sir Keir Starmer räumte ein, nicht über die Vetting-Bedenken informiert worden zu sein, und bezeichnete die Ernennung inzwischen als Fehler. Mandelson wurde im September 2025 entlassen, nachdem neue Details über seine Freundschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bekannt wurden.
Neue Enthüllungen zu Matthew Doyle
Robbins enthüllte zudem, dass Downing Street im März 2025 erwogen habe, Matthew Doyle, den damaligen Kommunikationschef des Premierministers, in einen diplomatischen Posten zu bringen. Er gab an, sich dabei "unwohl" gefühlt zu haben, insbesondere da ihm gesagt wurde, dies nicht mit dem damaligen Außenminister David Lammy zu besprechen. Doyle, der später wegen Verbindungen zu einem verurteilten Sexualstraftäter aus der Labour-Fraktion im Oberhaus suspendiert wurde, bestreitet, je einen solchen Posten angestrebt oder von Gesprächen darüber gewusst zu haben. Diese Enthüllungen haben bei Labour-Abgeordneten für Unmut gesorgt und werfen weitere Fragen zum Führungsstil der Starmer-Regierung auf.
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