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International 17.04.2026, 00:45 Aktualisiert: 17.04.2026, 18:04

Waffenruhe im Libanon: Rückkehrer trotz Warnungen, Kernkonflikte ungelöst

Die 10-tägige Waffenruhe zwischen Israel und Libanon ist in Kraft, bleibt aber äußerst fragil.

Wichtige Fakten

  • Die 10-tägige Waffenruhe zwischen Israel und Libanon ist in Kraft, bleibt aber äußerst fragil.
  • Israel hält Truppen in einer Pufferzone im Süden Libanons und will diese dauerhaft einrichten.
  • Über 1,3 Millionen Menschen sind vertrieben, Zehntausende harren in Beiruter Zeltlagern aus.
  • Die Hisbollah lehnt Entwaffnung kategorisch ab und betont ihre enge Verbindung zum Iran.
  • Viele Vertriebene kehren trotz Warnungen zurück, finden aber zerstörte Häuser vor.

Waffenruhe in Kraft, aber Skepsis bleibt

Eine 10-tägige Waffenruhe zwischen Israel und Libanon ist in Kraft getreten, nachdem US-Präsident Donald Trump sie vermittelt hatte. Die Feuerpause bringt eine vorübergehende Atempause nach sechs Wochen verheerender Kämpfe, doch ihre Fragilität wird durch Raketenabschüsse der Hisbollah kurz vor Inkrafttreten unterstrichen. Trump lud die Führer beider Länder zu Gesprächen ins Weiße Haus ein, was er als historische Chance für Frieden bezeichnete - ein erstes Treffen seit 44 Jahren.

Vertriebene und Rückkehrer trotz Warnungen

Mehr als 1,3 Millionen Menschen sind im Libanon vertrieben, Zehntausende harren in Beiruter Zeltlagern aus. Trotz eindringlicher Warnungen von libanesischer Regierung und Hisbollah vor einer Rückkehr in den Süden machen sich Tausende auf den Weg in ihre Dörfer. Die Reise ist beschwerlich, da Israel Brücken über den Litani-Fluss gesprengt hat. Viele finden ihre Häuser zerstört vor, und israelische Truppen bleiben in einer Pufferzone im Süden präsent, die Netanjahu als notwendig zum Schutz vor Raketenangriffen der Hisbollah rechtfertigt.

Kernkonflikte: Hisbollah-Waffen und israelische Präsenz

Die Waffenruhe löst keine der grundlegenden Konflikte: Die Hisbollah lehnt eine Entwaffnung kategorisch ab und bezeichnet ihre Verbindung zum Iran als "zwei Seelen in einem Körper". Israel will eine dauerhafte Sicherheitszone im Süden Libanons einrichten, was Kritiker als Landbesetzung und Vertreibung von über 800.000 Menschen bezeichnen. Verteidigungsminister Katz betont, die Bodenoperationen seien noch nicht abgeschlossen. Die libanesische Regierung steht vor der schier unlösbaren Aufgabe, die Hisbollah zu entwaffnen, während sie dafür zu schwach ist.

Internationale Verflechtungen und unsichere Zukunft

Die UNO begrüßte die Waffenruhe, rief aber beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Trump verband die libanesische Feuerpause mit Fortschritten in den Iran-Verhandlungen, wo er optimistisch von einer Einigung spricht. Experten mahnen zur Vorsicht, da frühere Waffenruhen häufig gebrochen wurden. Ohne Lösung der Kernkonflikte um Hisbollah-Waffen und israelische Truppenpräsenz droht eine Wiederaufnahme der Kämpfe, zumal in Israel fast 80% der Bevölkerung weitere Angriffe auf die Hisbollah befürworten.

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