Waldbrand-Krise in Europa: Wälder brennen, Hitzewellen belasten Länder
Wichtige Fakten
- • Hürtgenwald: 300 Hektar Wald verbrannt, Evakuierung angeordnet.
- • Großbritannien: Verkaufsverbot für Einweggrills wegen Waldbrandgefahr.
- • Satellitenbilder: 90.000 Hektar in Frankreich verbrannt, Rekordwert.
- • Alpen: Gletscher schmelzen auf Rekordniveau, Wintersport gefährdet.
Waldbrand in der Eifel hält Einsatzkräfte in Atem
Seit Tagen wütet ein Waldbrand im Hürtgenwald in der Eifel, der als größter in der Geschichte Nordrhein-Westfalens gilt. Rund 500 Feuerwehrleute aus NRW kämpfen in Zwölf-Stunden-Schichten gegen die Flammen, die bereits 300 Hektar Wald erfasst haben. In der Nacht wurde der Personaleinsatz in besonders gefährdeten Bereichen fast verdoppelt, und zwei Bergepanzer der Bundeswehr sollten Öffnungen schlagen. Die Einsatzzentrale musste wegen eines Winddrehers verlegt werden, da der Qualm die Leitstelle bedrohte. Die Behörden ordneten die Evakuierung des Ortsteils Gey an, während Experten nun heute das Ausmaß begutachten. Fünf Verletzte sind zu beklagen; die Löscharbeiten werden zusätzlich durch Weltkriegsmunition erschwert. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) will sich vor Ort ein Bild machen. In Rheinland-Pfalz konnte hingegen ein Waldbrand in der Vordereifel unter Kontrolle gebracht werden.
Verkaufsverbot für Einweggrills im Vereinigten Königreich
Angesichts einer beispiellosen Hitzewelle und anhaltender Trockenheit hat die britische Regierung mit sofortiger Wirkung den Verkauf von Einweggrills in England, Schottland und Wales verboten. Das Verbot gilt als Reaktion auf schwere Waldbrände, die von diesen Grills verursacht wurden. Premierminister Andy Burnham verglich das Land mit einem "Zunderkasten" und kündigte erstmals die Anschaffung von Löschflugzeugen an. Erst am Donnerstag (sic: 14.08.) hatten verheerende Feuer in den West Midlands, bei denen unter anderem im Viertel Stourbridge Häuser zerstört wurden, das ganze Ausmaß der Krise gezeigt. Eine Notfall-Warnmeldung wurde an Millionen Mobiltelefone geschickt. Militär, darunter Gurkha-Logistikeinheiten, wurde zur Unterstützung angefordert. Bereits 1.017 Waldbrände wurden in diesem Jahr registriert - auf Rekordniveau.
Satellitenbilder zeigen wochenlange Dürre in Europa
Die extremen Temperaturen zeigen sich deutlich im Satellitenblick: Ein Vergleich der Vegetationsindices zeigt, dass große Teile Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands stark unter Trockenstress leiden. Die EU-Verordnung für Klimaüberwachung (Copernicus) bestätigte intern, dass Westeuropa den heißesten Juni-Juli seit Aufzeichnungsbeginn erlebte. Der Wasserstand des Rheins sinkt auf Rekordtief, in der Donau sind alte Schiffe und gar Mammutknochen aufgetaucht; Gletscher in den Alpen schmelzen in Rekordzeit. In Frankreich wurden bereits über 90.000 Hektar Land durch Waldbrände verbrannt - eine doppelte Belastung für Umwelt und Wirtschaft. Während die Menschen kreativ mit der Wasserknappheit umgehen müssen, fordern Wissenschaftler dringend Klimaschutzmaßnahmen, denn diese Ereignisse sind eine direkte Folge des menschgemachten Klimawandels.
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