Waffenruhe im Libanon in Kraft - Skepsis und humanitäre Krise bleiben
Wichtige Fakten
- • Die Waffenruhe trat am 17. April um Mitternacht Ortszeit in Kraft und gilt für zehn Tage.
- • Über 1,3 Millionen Menschen sind im Libanon vertrieben, viele harren in Zelten in Beirut aus.
- • Hezbollah lehnt jede Entwaffnung ab und bezeichnet die Beziehung zu Iran als 'zwei Seelen in einem Körper'.
- • Israel plant eine dauerhafte Pufferzone im Süden des Libanon, was als Besatzung kritisiert wird.
- • Die Waffenruhe ist Bedingung für weitere Verhandlungen zwischen den USA und Iran.
Waffenruhe in Kraft getreten
Die von US-Präsident Donald Trump vermittelte zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon ist am 17. April um Mitternacht Ortszeit in Kraft getreten. Trump feierte dies als außenpolitischen Erfolg und kündigte an, israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und libanesischen Präsidenten Joseph Aoun zu Gesprächen ins Weiße Haus einzuladen, um einen historischen Friedensvertrag voranzubringen. Die libanesische Regierung begrüßte die Feuerpause als lange geforderten Schritt, während Hezbollah kurz vor Inkrafttreten noch Raketen auf Israel abfeuerte.
Humanitäre Krise und Skepsis
Die humanitäre Lage im Libanon bleibt dramatisch: Über 1,3 Millionen Menschen sind vertrieben, viele harren in Zelten in Beirut aus. Die libanesische Regierung und Hezbollah warnen die Vertriebenen davor, in die Dörfer im Süden zurückzukehren, da die Gefahr von Beschuss weiterhin besteht. Viele Bewohner äußern Skepsis über die Nachhaltigkeit der Waffenruhe und fordern eine Rückkehr in ihre Heimat, auch wenn ihre Häuser zerstört sind. Laut BBC wurden mehr als 2.100 Menschen getötet und über eine Million vertrieben, was etwa einem Fünftel der Bevölkerung entspricht.
Ungelöste Konflikte und regionale Verflechtungen
Zentrale Streitpunkte bleiben ungelöst: Israel plant eine dauerhafte Pufferzone im Süden des Libanon und behält Truppen vor Ort, was als Besatzung kritisiert wird. Hezbollah lehnt jede Entwaffnung ab; ein hochrangiges Mitglied betonte, die Gruppe werde "niemals, niemals" ihre Waffen abgeben und beschrieb die Beziehung zu Iran als "zwei Seelen in einem Körper". Die Waffenruhe ist zudem eine Bedingung für weitere Verhandlungen zwischen den USA und Iran, wobei Trump optimistisch über eine Einigung mit Teheran äußerte. UN-Sprecher Stephane Dujarric rief beide Kriegsparteien zur Zurückhaltung auf und betonte das Leid der Zivilbevölkerung.
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