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International 08.03.2026, 00:04 Aktualisiert: 08.03.2026, 10:03

Drohnenangriff auf RAF Akrotiri: Zypern fordert Transparenz und Sicherheitsgarantien

Iranische Drohne traf RAF Akrotiri von Libanon aus, bestätigt durch Außenminister Kombos

Wichtige Fakten

  • Iranische Drohne traf RAF Akrotiri von Libanon aus, bestätigt durch Außenminister Kombos
  • Proteste mit 200-300 Teilnehmern fordern Abzug der britischen Militärbasen
  • UK verstärkt Luftabwehr mit F-35-Kampfjets und Royal Navy Wildcat-Helikoptern
  • Zypern drängt weiter auf NATO-Mitgliedschaft trotz türkischer Blockade
  • Drohne flog in 1.000m Höhe mit 90-100 mph und umging Radarerfassung

Drohnenangriff löst Sicherheitsdebatte und Proteste aus

Nach einem Drohnenangriff auf die britische Luftwaffenbasis RAF Akrotiri auf Zypern mehren sich lokale Forderungen nach einem Abzug der Militäreinrichtungen. Der zypriotische Außenminister Constantinos Kombos bestätigte gegenüber dem Guardian, dass die iranische Drohne von Libanon aus gestartet wurde, wo die Hisbollah und iranische Revolutionsgarden aktiv sind. Weniger als zwölf Stunden nach dem Vorfall wurden zwei weitere Kampfdrohnen abgefangen. Die Drohne, die RAF Akrotiri traf, flog in nur 1.000 Metern Höhe mit 90-100 Meilen pro Stunde und konnte so die Radarerfassung umgehen.

Proteste und historische Spannungen

In der Hauptstadt Nikosia gingen am Samstag etwa 200-300 Demonstranten auf die Straße, die die Basen als "Todesbasen" bezeichneten und deren Schließung forderten. Die Proteste richten sich gegen die britischen Sovereign Base Areas (SBAs), die als Überbleibsel der Kolonialzeit gelten und etwa 3% der Landfläche Zyperns umfassen. Zypriotische Beamte betonen, dass die britischen Einrichtungen – nicht die Republik Zypern – das Ziel des Angriffs waren. Die Regierung hatte London bereits seit letztem Jahr vor den Bedrohungen gewarnt, doch diese Hinweise seien unbeachtet geblieben.

Verstärkte Verteidigungsmaßnahmen und politische Forderungen

Großbritannien hat als Reaktion Luftabwehrsysteme verstärkt, darunter F-35-Kampfjets und Royal Navy Wildcat-Helikopter. Mehrere europäische Staaten entsandten Kriegsschiffe und Luftunterstützung auf Bitte Zyperns. Dennoch kritisieren viele, dass diese Maßnahmen zu spät kommen. Zypern strebt weiterhin die NATO-Mitgliedschaft an, was von der Türkei blockiert wird, und sucht engere Anbindung an die Bündnisstrukturen. Außenminister Kombos forderte zudem "volle Transparenz" über die Aktivitäten in den britischen Basen, nachdem Berichte über US-amerikanische U-2-Aufklärungsflugzeuge in RAF Akrotiri aufkamen.

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