Thema: Internet-Blackout

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Daily Briefing Der kompakte Überblick für den Tag
Sonntag, 18. Januar 2026
International 18.01.2026, 04:30
18.01.2026, 20:04
Score: 12

Iran: Kommunikations-Blackout hält an – Regierung nennt erstmals mindestens 5.000 Tote, Trump fordert Führungswechsel

Seit dem 8. Januar ist in Iran das Internet weitgehend abgeschaltet; laut BBC zählt der Blackout zu den extremsten Internet-Shutdowns der Geschichte und betrifft rund 92 Millionen Menschen, teils inklusive Störungen bei Telefonie und SMS.

Irans Außenminister Abbas Araghchi begründete die Abschaltung laut BBC mit angeblich von außen gesteuerten „terroristischen Operationen“.

Die iranische Führung hat keinen Termin für eine Rückkehr der Internetdienste genannt; IranWire berichtete am 15. Januar unter Berufung auf Regierungssprecherin Fatemeh Mohajerani, internationaler Internetzugang werde mindestens bis zum iranischen Neujahr (Ende März) nicht verfügbar sein; dies ist nicht unabhängig verifiziert (BBC).

Beobachter des Projekts FilterWatch sehen Anzeichen, dass Iran den Blackout nutzt, um eine dauerhafte Einschränkung des Zugangs zum internationalen Internet aufzubauen; diskutiert wird ein gestuftes System, bei dem globaler Zugriff nicht automatisch, sondern nach Registrierung und behördlicher Prüfung/Freigabe möglich wäre (BBC/FilterWatch; nicht unabhängig bestätigt).

Access Now fordert die vollständige Wiederherstellung des Internetzugangs und warnt, Abschaltungen begünstigten die Verschleierung von Menschenrechtsverletzungen und verursachten wirtschaftliche Schäden, etwa für E‑Commerce (BBC).

Laut HRANA (Stand 18. Januar) wurden mehr als 3.300 bestätigte Tote registriert, über 4.380 Fälle seien in Prüfung; außerdem seien 24.266 Festnahmen in 187 Städten gemeldet. Die BBC weist darauf hin, dass die Zahlen wegen fehlender unabhängiger Überprüfung unvollständig sein könnten.

Ein iranischer Regierungsvertreter nannte gegenüber Reuters erstmals eine offizielle Mindestzahl: mindestens 5.000 Tote, darunter etwa 500 Angehörige der Sicherheitskräfte; verantwortlich machte er „Terroristen und bewaffnete Randalierer“ (Tagesschau/Reuters).

Irans Oberster Führer Ali Chamenei räumte laut Tagesschau ein, es gebe „mehrere Tausend“ Tote, und beschuldigte die USA und Israel, die Unruhen organisiert zu haben (Tagesschau).

Der Regierungsvertreter sagte laut Tagesschau zudem, die endgültige Zahl der Todesopfer werde voraussichtlich nicht mehr stark ansteigen (Tagesschau/Reuters).

Die Tagesschau berichtet, besonders heftig sollen die Zusammenstöße in kurdischen Gebieten im Nordwesten Irans gewesen sein; unabhängige Überprüfung ist wegen des Blackouts erschwert.

Deutlich höhere, nicht unabhängig verifizierte Schätzungen nennt die Sunday Times: Demnach sollen 16.500 bis 18.000 Menschen getötet und bis zu 360.000 verletzt worden sein; zudem hätten mindestens 700 bis 1.000 Menschen ein Auge verloren. Grundlage seien Auswertungen aus acht großen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen (Tagesschau).

Die iranische Justiz betonte laut Tagesschau, es habe bislang keine Todesurteile im Zusammenhang mit den Protesten gegeben; Verfahren seien „streng und langwierig“ und könnten Monate oder Jahre dauern.

US‑Präsident Donald Trump sagte laut Tagesschau, ein US‑Militärschlag sei auch deshalb ausgeblieben, weil der Iran die Hinrichtungen von 800 Demonstrierenden abgesagt habe; für diese Zahl gebe es keine bestätigte Quelle (Tagesschau).

Trump sprach sich laut Tagesschau zudem für einen Regierungswechsel im Iran aus („Zeit, einen neuen Anführer zu suchen“) und bezeichnete Chamenei als „kranken Mann“ (Tagesschau/Politico).

Irans Präsident Massud Peseschkian warnte laut Tagesschau, jeder Angriff auf Chamenei komme einer Kriegserklärung gleich („umfassender Krieg gegen die iranische Nation“) (Tagesschau).

Laut Tagesschau begannen die Proteste Ende Dezember im Zuge einer dramatischen Wirtschaftskrise und sehr hoher Inflation und entwickelten sich rasch zu politischen Protesten gegen das autoritäre System; der Sicherheitsapparat schlug sie gewaltsam nieder.

Laut BBC bleibt Satelliteninternet (u. a. Starlink) teils nutzbar: Einige Terminals seien trotz Störversuchen weiterhin in Betrieb, nachdem Firmware-Updates Blockaden umgingen; zudem habe Starlink Gebühren für iranische Nutzer erlassen (BBC).

Ausblick

"Kurzfristig ist keine Wiederherstellung des internationalen Internetzugangs absehbar; Berichte deuten vielmehr darauf hin, dass die Führung eine längerfristige Restrukturierung hin zu einem stärker kontrollierten, gestuften Zugangssystem vorbereitet. Politisch könnte die Lage durch die verschärfte Rhetorik aus Washington (Regimewechsel-Forderung) und Teherans Warnung vor einem „umfassenden Krieg“ bei Angriffen auf Chamenei zusätzlich eskalieren, während verlässliche Lagebilder wegen des anhaltenden Blackouts schwer überprüfbar bleiben."

Samstag, 17. Januar 2026
International 17.01.2026, 14:43
17.01.2026, 20:04
Score: 12

Chamenei gibt „Tausende“ Tote bei Protesten zu, droht „Aufrührern“ – USA warnen Iran vor Angriffen auf Stützpunkte

  • Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hat erstmals öffentlich eingeräumt, dass bei den seit dem 28. Dezember andauernden Protesten „Tausende“ Menschen getötet wurden; einige seien auf „unmenschliche, brutale“ Weise ums Leben gekommen.
  • Chamenei machte US-Präsident Donald Trump für die Unruhen und die Opfer verantwortlich, sprach von einer „amerikanischen Verschwörung“ und bezeichnete Trump als „Kriminellen“.
  • Chamenei kündigte ein hartes Vorgehen gegen „Aufrührer“ an und erklärte, man werde „einheimische Verbrecher“ nicht verschonen.
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Freitag, 16. Januar 2026
International 16.01.2026, 10:41
16.01.2026, 20:24
Score: 18

Uganda-Wahl: Museveni laut Zwischenständen klar vorn – Berichte über tödliche Gewalt und mutmaßlichen Hausarrest für Bobi Wine

  • Laut ugandischer Wahlkommission lag Amtsinhaber Yoweri Museveni (81) bei der Präsidentschaftswahl bei über 75% der Stimmen; die Angaben basieren auf Auszählungen aus 59% der Wahllokale.
  • Herausforderer Bobi Wine (43; bürgerlich Robert Kyagulanyi) lag laut diesen Zwischenständen bei rund 21%; die übrigen Stimmen entfielen auf sechs weitere Kandidaten.
  • Die Abstimmung fand unter einem Internet-Blackout statt, den die Behörden mit der Verhinderung von „Fehlinformationen“ begründeten.
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International 16.01.2026, 00:46
16.01.2026, 20:04
Score: 20

Proteste im Iran weitgehend niedergeschlagen – neue Berichte über deutlich höhere Opferzahlen und wachsende Rolle der Revolutionsgarde

  • Die Proteste im Iran scheinen nach Einschätzung der Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur (tagesschau.de, 16.01.2026) weitestgehend zum Erliegen gekommen zu sein; sie spricht von „Friedhofsruhe“ nach massiver Gewaltanwendung durch das Regime.
  • Zu den Todeszahlen kursieren stark abweichende Angaben: Amirpur nennt als Spannbreite Berichte von etwa 3.000 bis hin zu 12.000 Toten (tagesschau.de, 16.01.2026); verifizierbar sind diese Zahlen wegen der Informationslage nur eingeschränkt.
  • HRANA meldet laut BBC mindestens 2.595 getötete Demonstrierende seit Beginn der Proteste, darunter 17 Kinder; zudem 164 Angehörige von Sicherheitskräften/Regime sowie 21 unbeteiligte Zivilisten (BBC).
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Donnerstag, 15. Januar 2026
International 15.01.2026, 07:31
15.01.2026, 20:08
Score: 40

Iran: Araghtschi dementiert Hinrichtungen – USA verhängen neue Sanktionen gegen Führung

  • Stand: 15.01.2026 – Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagte in einem Fox‑News‑Interview, es gebe keine Pläne für Hinrichtungen im Zusammenhang mit den Massenprotesten; er betonte, "Erhängen ist nicht in Frage" und dass der Iran "seit 20 Jahren bereit für Verhandlungen" mit den USA sei.
  • US‑Präsident Donald Trump sagte, er habe aus einer "zuverlässigen Quelle" die Information erhalten, dass die Tötungen im Iran aufgehört hätten; er drohte jedoch mit "sehr harten" Gegenmaßnahmen, sollten dennoch Hinrichtungen stattfinden.
  • Die iranische Justiz bestätigte im Staatsfernsehen, dass der 26‑jährige Erfan Soltani "nicht zum Tode verurteilt" worden sei; die ihm vorgeworfenen Anklagen ("Propaganda gegen das System", "Handlungen gegen die nationale Sicherheit") würden nach Angaben der Justiz nicht mit der Todesstrafe geahndet.
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