Chamenei gibt „Tausende“ Tote bei Protesten zu, droht „Aufrührern“ – USA warnen Iran vor Angriffen auf Stützpunkte
- • Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hat erstmals öffentlich eingeräumt, dass bei den seit dem 28. Dezember andauernden Protesten „Tausende“ Menschen getötet wurden; einige seien auf „unmenschliche, brutale“ Weise ums Leben gekommen.
- • Chamenei machte US-Präsident Donald Trump für die Unruhen und die Opfer verantwortlich, sprach von einer „amerikanischen Verschwörung“ und bezeichnete Trump als „Kriminellen“.
- • Chamenei kündigte ein hartes Vorgehen gegen „Aufrührer“ an und erklärte, man werde „einheimische Verbrecher“ nicht verschonen.
"Die Lage bleibt schwer einzuschätzen, da Internet und Kommunikation weiterhin stark eingeschränkt sind. Chameneis Drohungen und die US-Warnungen erhöhen das Eskalationsrisiko, während Oppositionsaufrufe (u. a. durch Reza Pahlavi) auf eine mögliche neue Protestwelle hindeuten. Gleichzeitig deuten Berichte auf zuletzt weniger sichtbare Unruhen hin, was auch mit der massiven Repression zusammenhängen könnte."
Uganda-Wahl: Museveni laut Zwischenständen klar vorn – Berichte über tödliche Gewalt und mutmaßlichen Hausarrest für Bobi Wine
- • Laut ugandischer Wahlkommission lag Amtsinhaber Yoweri Museveni (81) bei der Präsidentschaftswahl bei über 75% der Stimmen; die Angaben basieren auf Auszählungen aus 59% der Wahllokale.
- • Herausforderer Bobi Wine (43; bürgerlich Robert Kyagulanyi) lag laut diesen Zwischenständen bei rund 21%; die übrigen Stimmen entfielen auf sechs weitere Kandidaten.
- • Die Abstimmung fand unter einem Internet-Blackout statt, den die Behörden mit der Verhinderung von „Fehlinformationen“ begründeten.
"Mit der erwarteten Veröffentlichung der Endergebnisse (Samstagfrüh GMT) dürfte sich der Fokus auf Vorwürfe von Wahlbetrug, die Sicherheitslage sowie mögliche Proteste und deren Umgang durch die Behörden verlagern. Die widersprüchlichen Darstellungen zu den Todesfällen in Butambala könnten weitere Untersuchungen und internationale Kritik auslösen."
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Proteste im Iran weitgehend niedergeschlagen – neue Berichte über deutlich höhere Opferzahlen und wachsende Rolle der Revolutionsgarde
- • Die Proteste im Iran scheinen nach Einschätzung der Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur (tagesschau.de, 16.01.2026) weitestgehend zum Erliegen gekommen zu sein; sie spricht von „Friedhofsruhe“ nach massiver Gewaltanwendung durch das Regime.
- • Zu den Todeszahlen kursieren stark abweichende Angaben: Amirpur nennt als Spannbreite Berichte von etwa 3.000 bis hin zu 12.000 Toten (tagesschau.de, 16.01.2026); verifizierbar sind diese Zahlen wegen der Informationslage nur eingeschränkt.
- • HRANA meldet laut BBC mindestens 2.595 getötete Demonstrierende seit Beginn der Proteste, darunter 17 Kinder; zudem 164 Angehörige von Sicherheitskräften/Regime sowie 21 unbeteiligte Zivilisten (BBC).
"Kurzfristig deutet vieles auf ein erzwungenes Abflauen der Proteste durch massive Repression hin. Gleichzeitig steigt laut Beobachtern das Potenzial für neue Unruhen: Die Wut von Angehörigen der Toten und Verletzten könne als „nächster Funke“ wirken (Amirpur). Zusätzliche internationale Eskalationsrisiken ergeben sich aus US-Drohungen und Forderungen nach gezielten Schlägen gegen Strukturen der Revolutionsgarde sowie möglichen iranischen Gegenreaktionen."
Iran: Araghtschi dementiert Hinrichtungen – USA verhängen neue Sanktionen gegen Führung
- • Stand: 15.01.2026 – Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagte in einem Fox‑News‑Interview, es gebe keine Pläne für Hinrichtungen im Zusammenhang mit den Massenprotesten; er betonte, "Erhängen ist nicht in Frage" und dass der Iran "seit 20 Jahren bereit für Verhandlungen" mit den USA sei.
- • US‑Präsident Donald Trump sagte, er habe aus einer "zuverlässigen Quelle" die Information erhalten, dass die Tötungen im Iran aufgehört hätten; er drohte jedoch mit "sehr harten" Gegenmaßnahmen, sollten dennoch Hinrichtungen stattfinden.
- • Die iranische Justiz bestätigte im Staatsfernsehen, dass der 26‑jährige Erfan Soltani "nicht zum Tode verurteilt" worden sei; die ihm vorgeworfenen Anklagen ("Propaganda gegen das System", "Handlungen gegen die nationale Sicherheit") würden nach Angaben der Justiz nicht mit der Todesstrafe geahndet.
"Die neuen US‑Sanktionen gegen Schlüsselpersonen und Firmen verschärfen den Druck auf die Führung in Teheran und zielen auf Einnahmequellen aus dem Ölgeschäft ab. Kurzfristig dürfte das Regime weiter repressiv reagieren, da Justiz und Sicherheitsapparate schnelle Verfahren und harte Strafen fordern. Mittelfristig können die Sanktionen ökonomischen Druck erzeugen und die Handlungsoptionen der Führung einschränken, zugleich besteht aber das Risiko einer Gegenreaktion oder verstärkter innenpolitischer Repression. Diplomatische Signale (u. a. Araghtschis Dementi und Verhandlungsangebot) könnten militärische Eskalationen dämpfen, sind aber angesichts fehlender unabhängiger Kontrollen und der innenpolitischen Härte der Justiz unsicher."