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International 16.01.2026, 10:41 Aktualisiert: 16.01.2026, 20:24

Uganda-Wahl: Museveni laut Zwischenständen klar vorn – Berichte über tödliche Gewalt und mutmaßlichen Hausarrest für Bobi Wine

Laut ugandischer Wahlkommission lag Amtsinhaber Yoweri Museveni (81) bei der Präsidentschaftswahl bei über 75% der Stimmen; die Angaben basieren auf Auszählungen aus 59% der Wahllokale.

Wichtige Fakten

  • Laut ugandischer Wahlkommission lag Amtsinhaber Yoweri Museveni (81) bei der Präsidentschaftswahl bei über 75% der Stimmen; die Angaben basieren auf Auszählungen aus 59% der Wahllokale.
  • Herausforderer Bobi Wine (43; bürgerlich Robert Kyagulanyi) lag laut diesen Zwischenständen bei rund 21%; die übrigen Stimmen entfielen auf sechs weitere Kandidaten.
  • Die Abstimmung fand unter einem Internet-Blackout statt, den die Behörden mit der Verhinderung von „Fehlinformationen“ begründeten.
  • Bobi Wine warf den Behörden massenhaften Betrug vor und rief seine Anhänger zu Protesten auf; nach Angaben aus seinem Umfeld wurde sein Haus in Kampala von Militär und Polizei umstellt, was seine Partei als faktischen Hausarrest bezeichnete.
  • Ein nationaler Polizeisprecher (Kituuma Rusoke) erklärte, ihm sei ein Hausarrest gegen Wine nicht bekannt.
  • Das UN-Menschenrechtsbüro kritisierte bereits im Vorfeld ein Klima „weitverbreiteter Repression und Einschüchterung“.
  • In Butambala südwestlich von Kampala wurden nach der Wahl Todesopfer gemeldet; die Polizei sprach von mindestens sieben Toten und teilte mit, 25 Personen seien festgenommen worden.
  • Der Lokalpolitiker und NUP-Vertreter Muwanga Kivumbi sagte, Sicherheitskräfte hätten gegen 3 Uhr morgens sein Haus gestürmt und zehn Mitglieder seines Kampagnenteams in einer Garage erschossen; er sprach von einem „Massaker“.
  • Eine lokale Polizeisprecherin (Lydia Tumushabe) erklärte, sie sei über einen Vorfall in Kivumbis Haus nicht informiert; sie sagte stattdessen, machetenbewaffnete Oppositionsanhänger hätten eine Polizeistation und ein Auszählungszentrum angegriffen, worauf Sicherheitskräfte in Selbstverteidigung geschossen hätten; gegenüber AFP war von einer „nicht bezifferten“ Zahl von außer Gefecht gesetzten Personen die Rede.
  • Nach Angaben von Kivumbi und seiner Ehefrau Zahara Nampewo wurden die Leichen später von Soldaten abtransportiert; unabhängige Bestätigungen zum genauen Ablauf lagen zunächst nicht vor.
  • Museveni sagte nach Stimmabgabe, er rechne mit 80% der Stimmen, falls es „keinen Betrug“ gebe.
  • Endgültige Ergebnisse wurden für Samstag gegen 02:00 GMT erwartet.
Ugandas Langzeitpräsident Yoweri Museveni liegt nach neuen Zwischenständen der Wahlkommission bei der Präsidentschaftswahl weiterhin deutlich vorn. Demnach kommt der 81-Jährige auf mehr als 75% der Stimmen – basierend auf Auszählungen aus 59% der Wahllokale. Sein wichtigster Herausforderer, der Oppositionspolitiker und frühere Musiker Bobi Wine (43), liegt demnach bei rund 21%; sechs weitere Kandidaten teilen sich den Rest. Die endgültigen Resultate wurden für Samstag gegen 02:00 GMT erwartet. Die Wahl fand unter einem Internet-Blackout statt, den die Behörden mit dem Schutz vor „Fehlinformationen“ begründeten. Wine sprach von massenhaftem Betrug und rief seine Unterstützer zu Protesten auf. Seine Partei National Unity Platform (NUP) erklärte zudem, Militär und Polizei hätten Wines Haus in Kampala umstellt und ihn damit faktisch unter Hausarrest gesetzt; ein nationaler Polizeisprecher (Kituuma Rusoke) sagte, ihm sei ein solcher Hausarrest nicht bekannt. Während die Stimmabgabe selbst laut Berichten weitgehend ruhig verlief, wurden in der Nacht Gewalt und Todesopfer aus Butambala südwestlich von Kampala gemeldet. Die Polizei sprach von mindestens sieben Toten und erklärte, machetenbewaffnete Oppositionsanhänger hätten eine Polizeistation sowie ein Auszählungszentrum angegriffen; Sicherheitskräfte hätten in Selbstverteidigung geschossen, zudem seien 25 Menschen festgenommen worden. Der NUP-Politiker Muwanga Kivumbi widersprach jedoch und sagte, Sicherheitskräfte hätten gegen 3 Uhr morgens sein Haus gestürmt und zehn Mitglieder seines Kampagnenteams in einer Garage erschossen; er sprach von einem „Massaker“. Seine Ehefrau Zahara Nampewo berichtete, es sei durch die Garagentür geschossen worden, und später habe das Militär die Leichen abtransportiert. Unabhängige Bestätigungen zu den genauen Abläufen lagen zunächst nicht vor. Das UN-Menschenrechtsbüro hatte bereits vor dem Urnengang ein Umfeld „weitverbreiteter Repression und Einschüchterung“ kritisiert.

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