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Politik 13.06.2026, 11:37

Antimon-Abbau in der Slowakei gestoppt: Umwelt versus Europas Rohstoffstrategie

In der Slowakei bei Pezinok liegt Europas größtes Antimon-Vorkommen (67.000 Tonnen).

Wichtige Fakten

  • In der Slowakei bei Pezinok liegt Europas größtes Antimon-Vorkommen (67.000 Tonnen).
  • China kontrolliert über 70% der Antimon-Produktion und beschränkt Exporte.
  • Umweltminister Tomas Taraba entzog Military Metals die Explorationslizenz wegen Umweltbedenken.
  • Kritiker bezeichnen den Stopp als kurzsichtig und schädlich für Investitionsstandort.
  • Antimon ist essentiell für Rüstung, Batterien und Halbleiter.

Hintergrund des Projekts

Der kanadische Bergbaukonzern Military Metals wollte in der Slowakei nahe der Gemeinde Pernek Antimon und Gold abbauen. Die Mine Trojarova war bereits in den 1980er-Jahren erkundet, aber nach der Wende stillgelegt worden. Seit April 2026 wird das Vorkommen als das größte in der EU gehandelt; bis zu 67.000 Tonnen Antimon sollen dort lagern – etwa ein Drittel des jährlichen EU-Verbrauchs. Bei aktuellen Preisen liegt der Wert bei rund zwei Milliarden US-Dollar.

Umweltsorgen und Widerstand

Bürgermeister und Anwohner fürchten Belastungen durch Quecksilber und Arsen, die aus dem abzubauenden Gestein freigesetzt werden könnten. Die Region leidet bereits unter Altlasten aus früherem Bergbau. 3.000 Menschen unterzeichneten eine Petition gegen das Projekt. Der Bezirk Pezinok legte Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft ein und wirft dem Unternehmen unzureichende Erkundungsarbeiten vor.

Politischer Bruch

Umweltminister Tomas Taraba – selbst aus Pezinok stammend – entzog Military Metals am 13. Juni 2026 unerwartet die Explorationslizenz. Er begründete dies mit dem öffentlichen Interesse und Umweltschutz. Das Wirtschaftsministerium jedoch hatte den Abbau kritischer Rohstoffe zuvor beschleunigen wollen. Tarabas rechte Kleinpartei wird für destruktive Politik kritisiert. Military Metals bereitet eine Berufung vor und verweist auf die EU-Rohstoffstrategie. Auch Wissenschaftler bemängeln, dass eine Erkundung noch keine Förderung sei und die Kenntnis eigener Bodenschätze Priorität haben sollte.

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