Australien erwägt strengere Regeln für Social-Media-Algorithmen
Wichtige Fakten
- • Australien erwägt Opt-in/Opt-out für Social-Media-Algorithmen.
- • Regierung prüft britisches Verbot von Strangulationsdarstellungen in Pornos.
- • 60% der Jugendlichen berichten über Strangulation bei sexuellen Begegnungen.
- • Tod eines 16-jährigen Mädchens in Sydney nach mutmaßlicher Strangulation.
Debatte um Algorithmen und patriarchale Inhalte
Die australische Regierung erwägt, Social-Media-Algorithmen für Nutzer optional zu machen und ein britisches Verbot von Strangulationsdarstellungen in Pornografie zu übernehmen. Sozialministerin Tanya Plibersek erklärte, soziale Medien spielten eine „riesige Rolle“ bei der Zunahme sexueller Gewalt unter Jugendlichen, insbesondere sogenanntem Choking. Sie kündigte an, dass diese Maßnahmen im nächsten Aktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder geprüft werden. Hintergrund sind alarmierende Daten: Durchschnittlich 23 Minuten dauert es, bis ein junger Nutzer mit frauenfeindlichen Inhalten konfrontiert wird, und 60% der Jugendlichen berichten von Strangulation bei sexuellen Begegnungen.
Der Auslöser und politische Entwicklungen
Der Vorfall eines 16-jährigen Mädchens in Sydney, das nach einer mutmaßlich sexuellen Strangulation starb, hat die Debatte angestoßen. Die Regierung hatte bereits ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige und eine Altersverifikation für Pornografie eingeführt, aber Kinder umgehen diese noch häufig. Zudem plant die Regierung eine sogenannte „digital duty of care“-Gesetzgebung, die Tech-Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen soll. Auch datenschutzrechtliche Fragen, insbesondere zu Smartglasses mit Kameras, für die es kürzlich Anfragen verschärfter Kontrolle gab, könnten adressiert werden. Die Kampagne „Teach Us Consent“ von Chanel Contos unterstützt die Pläne für ein Opt-in-System bei Algorithmen.
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