Labour-Krise: Starmer stellt sich Führungsherausforderung – Partei uneins über Zukunft
Wichtige Fakten
- • Bildungsministerin Phillipson bezeichnet Wests Vorstoß als falsch und lehnt Führungsdebatte ab.
- • Gewerkschaftschefin Sharon Graham glaubt, Starmer werde nicht in die nächste Wahl ziehen.
- • Ungefähr 40 Labour-Abgeordnete fordern Starmers Rückzug oder eine Rücktrittsankündigung.
- • Andy Burnhams Unterstützer planen geordneten Übergang; ein sofortiger Contest schließt ihn aus.
- • West braucht 81 Unterstützer für eine Herausforderung, derzeit hat sie etwa 10.
Eskalation der Führungskrise: Catherine Wests Vorstoß
Die britische Labour-Partei steckt in einer tiefen Führungskrise: Die ehemalige Ministerin Catherine West hat Premierminister Keir Starmer öffentlich zum Rücktritt aufgefordert. Sollte sich bis Montag kein Kabinettsmitglied finden, das gegen Starmer antritt, will West selbst eine formelle Führungsherausforderung starten. Dafür benötigt sie die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten; derzeit hat sie etwa zehn Zusagen. Medienberichten zufolge waren viele Labour-MP's von ihren Plänen überrascht und bezeichnen sie als "Spinnerei" oder "Ausdruck von Frustration".
Unterstützung für Starmer und Alternativszenarien
Bildungsministerin Bridget Phillipson stellte sich jedoch klar hinter den Premier und bezeichnete Wests Schritt als "völlig falsch". Sie betonte, die Partei müsse nun liefern und nicht über die Führung diskutieren. Gleichzeitig gibt es innerhalb der Labour-Partei einiger MPs, die Andy Burnham, den Bürgermeister von Greater Manchester, favorisieren. Sie fürchten, dass ein sofortiger Contest Burnhams Kandidatur ausschließen würde, da er kein Abgeordneter ist. Sharon Graham, die Gewerkschaftsvorsitzende von Unite, gab ihrer Überzeugung Ausdruck, dass Starmer nicht in die nächste Wahl führen werde. Etwa 40 Labour-Abgeordnete fordern inzwischen öffentlich Starmers Rückzug oder die Festlegung eines Rücktrittstermins.
Wählerstimmung und die Gefahr von Reform
Nach den schweren Verlusten bei den Kommunalwahlen in England-, bei den Labour tausende Sitze verlor, fürchten viele in der Partei um ihre Zukunft. In Wahlkreisen wie Birmingham Yardley zeigten Focusgruppen zwar Unzufriedenheit mit Starmer, aber auch Skepsis gegenüber einem sofortigen Führungswechsel: Viele setzten auf den Spruch "Besser den Teufel, den man kennt". Auch die starke Performance von Nigel Farages Reform-Partei, die bei diesen Wahlen stark zulegte und Labour-Wähler abzog, treibt die Partei um: Sie sähen Starmer nicht mehr als den richtigen Kandidaten, um gegen die rechte Konkurrenz zu bestehen.
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