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Gesundheit 09.06.2026, 06:15 Aktualisiert: 09.06.2026, 08:01

Bürokratischer Flickenteppich im Rettungsdienst: Notfallsanitäter eingeschränkt

Notfallsanitäter dürfen bundesweit oft kaum Medikamente eigenständig verabreichen.

Wichtige Fakten

  • Notfallsanitäter dürfen bundesweit oft kaum Medikamente eigenständig verabreichen.
  • Lokale Ärztliche Leiter Rettungsdienst entscheiden unterschiedlich über Befugnisse.
  • Eine Studie zeigt: Notarzt wäre in 95 % der Einsätze entbehrlich gewesen.
  • Patientin musste wegen fehlender Medikation bis zu 30 Minuten leiden.
  • Bundesgesundheitsministerin plant Reformen, die an Kompetenzregelungen scheitern könnten.

Bürokratische Hürden verzögern Schmerzlinderung

Einem ARD-Bericht zufolge leiden Patienten in deutschen Rettungsdiensten oft unnötig, weil Notfallsanitäter vielerorts keine Schmerzmittel ohne Notarzt verabreichen dürfen. Grund ist ein bürokratischer Flickenteppich: Jeder Ärztliche Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) entscheidet lokal über die Befugnisse. Notfallsanitäter kritisieren, dass sie nach bundesweit einheitlicher Ausbildung kaum handeln können.

Lokale Regelungen behindern Kompetenzen

Im Fall einer Gallenstein-Patientin konnten die Sanitäter das falsche oder gar keine Medikamente geben, weil sie ohne Notarzt keine Ersatzmittel verabreichen durften. Eine Studie der Ernst-Abbe-Hochschule Jena zeigt, dass ein Notarzt in 95 Prozent der untersuchten Einsätze nicht notwendig wäre. Der Berufsverband Rettungsdienst kritisiert Lobbyismus und Pfründesicherung der ÄLRD.

Ministerin plant Reformen, aber Änderungen bleiben unsicher

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat Reformen angekündigt. Experten befürchten jedoch, dass diese an den lokal definierten Kompetenzen der ÄLRD nichts ändern, da diese rechtlich und haftungsrechtlich begründet sind. Ohne zentrale Lösung wird die Patientenversorgung weiter regional variieren.

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