EZB vor erster Zinserhöhung seit drei Jahren – Finanzmärkte reagieren verhalten auf Nahost-Krise
Wichtige Fakten
- • EZB erhöht Leitzins auf 2,25 Prozent – erster Schritt seit drei Jahren.
- • DAX startet nahezu unverändert bei 24.190 Punkten, leichte Verluste.
- • Iran schließt nach US-Angriffen die Straße von Hormus komplett.
- • Brent-Öl steigt auf über 95 US-Dollar je Barrel zwischenzeitlich.
- • EZB-Update: Inflation im Mai bei 3,2 Prozent, weitere Zinserhöhungen erwartet.
EZB vor Zinswende: Erste Erhöhung seit drei Jahren erwartet
Die Finanzmärkte blicken gespannt auf die bevorstehende Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) diese Woche. Nahezu alle Volkswirte rechnen mit einer Anhebung des Einlagensatzes um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent – es wäre die erste Zinserhöhung seit rund drei Jahren. Hintergrund ist der im Vergleich zum Jahresbeginn deutlich gestiegene Inflationsdruck: Die Teuerungsrate in der Eurozone lag zuletzt bei 3,2 Prozent, weit über dem EZB-Ziel von zwei Prozent. Vor allem die durch den Iran-Krieg explodierenden Ölpreise treiben die Inflation.
Straße von Hormus gesperrt: Ölpreise auf Höchststand
Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt. Iran hat nach US-Luftangriffen in der Nacht die strategisch wichtige Straße von Hormus vollständig gesperrt. Schiffe, die die Meerenge passieren wollen, würden angegriffen. Die Rohölpreise reagierten mit weiteren Aufschlägen: Die Nordseesorte Brent kletterte zwischenzeitlich auf mehr als 95 US-Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit Monaten. Händler warnen vor möglichen Lieferengpässen, falls die Blockade länger anhält.
DAX startet verhalten – SAP-Aktie unter Druck
An den Aktienmärkten herrscht Zurückhaltung. Der DAX eröffnete nahezu unverändert bei 24.190 Punkten und signalisierte damit die abwartende Haltung der Anleger. Negativ fiel die SAP-Aktie auf, die nach einem Kursrutsch beim US-Konzern Oracle mehr als vier Prozent verlor. Analysten sprechen von einer „ Schaukelbörse“, die sowohl von geopolitischen Risiken als auch den geldpolitischen Aussichten geprägt sei.
Auswirkungen auf Verbraucher: Höhere Kreditzinsen – attraktive Sparzinsen
Die bereits signalisierte Zinserhöhung zeigt jetzt schon praktische Auswirkungen: Ratenkredite und Bauzinsen steigen deutlich, während Festgelder mit kurzen Laufzeiten attraktive Renditen von rund 3,5 Prozent bieten. EZB-Vertreter betonen, dass der Schritt vor allem Symbolcharakter habe, um die Glaubwürdigkeit der Notenbank zu wahren. Volkswirte erwarten bis zu drei Zinserhöhungen in diesem Jahr, falls die Inflation weiter anzieht.
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