Eskalation im Iran-Krieg treibt Energiepreise und belastet Aktienmärkte
Wichtige Fakten
- • Der DAX fällt auf 22.839 Punkte, sein tiefster Stand seit April 2025.
- • Der Gaspreis (TTF) steigt um bis zu 35% auf 74 Euro pro Megawattstunde.
- • Iran attackiert Raffinerien in Kuwait und Saudi-Arabien sowie LNG-Anlagen in Katar.
- • Die EZB hält die Zinsen bei 2,0% und warnt vor inflationären Kriegsfolgen.
- • Die Welthandelsorganisation erwartet eine Verlangsamung des Welthandels auf 1,9%.
Marktentwicklung und Kriegseskalation
Der DAX ist am 19.03.2026 unter die Marke von 23.000 Punkten gerutscht und schloss mit minus 2,8 Prozent bei 22.839 Punkten, dem tiefsten Stand seit Ende April 2025. Seit Kriegsbeginn hat der deutsche Leitindex fast zehn Prozent verloren. Diese Entwicklung wird durch die Eskalation des Iran-Krieges ausgelöst, nachdem Iran mit Angriffen auf Energieinfrastruktur in Kuwait, Saudi-Arabien und Katar reagiert hat. Die weltgrößte LNG-Anlage Ras Laffan in Katar wurde schwer beschädigt, was die Gaspreise in Europa um bis zu 35 Prozent auf 74 Euro pro Megawattstunde trieb.
Energiepreise und globale Auswirkungen
Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent näherte sich zeitweise der 120-Dollar-Marke, während die US-Sorte WTI um 100 Dollar pendelte. Die Blockade der Straße von Hormus durch Iran, durch die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert wird, verschärft die Lage. Die Welthandelsorganisation (WTO) warnt, dass der Welthandel in diesem Jahr auf nur 1,9 Prozent Wachstum zurückgehen könnte, falls die Energiepreise weiter steigen und Transportwege gestört bleiben.
Notenbankreaktionen und Inflationsrisiken
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen unverändert bei 2,0 Prozent gelassen, ebenso wie die US-Notenbank Fed und die Bank of England. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte, der Krieg im Nahen Osten führe zu unsichereren Aussichten und drohe, die Inflation anzufachen. Die EZB erwartet für 2026 eine Teuerungsrate von durchschnittlich 2,6 Prozent im Euroraum. Die Bank of England signalisierte, dass Inflation nicht wie erwartet auf 2 Prozent fallen werde, und könnte bei anhaltend hohen Energiepreisen auf 3,5 Prozent steigen.
Weitere Wirtschaftsfolgen und Ausblick
Die steigenden Energiepreise führen zu einer Düngemittelkrise, da ein Drittel des globalen Handels mit Düngemitteln durch die blockierte Straße von Hormus läuft. Die Preise für stickstoffbasierte Düngemittel sind seit Kriegsbeginn um rund 40 Prozent gestiegen, was die Welthungerhilfe vor verschärften Ernährungskrisen warnt. Unternehmen wie BASF erhöhen ihre Preise um mindestens 30 Prozent, während der Düngerkonzern K+S als Krisengewinner profitiert. Investoren blicken besorgt auf weitere Eskalationen, da US-Präsident Trump mit Angriffen auf das iranische Gasfeld South Pars droht.
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