DAX stabilisiert sich trotz anhaltender Anleihemarkt-Sorgen
Wichtige Fakten
- • Einkaufsmanagerindex Industrie steigt auf 54,1 Punkte, stärkster Anstieg seit vier Jahren.
- • US-Staatsverschuldung übersteigt 40 Billionen Dollar - Rekordwert.
- • Treasury-Renditen nahe 20-Jahres-Hoch wegen Ölpreisen und Schuldenkrise.
- • Rückkaufprogramm des Finanzministeriums wirkt nur kurzzeitig, Renditen steigen wieder.
- • Fielmann senkt Prognose, Aktie rutscht ab; CTS Eventim meldet schwächeres Wachstum.
Marktbericht: DAX stabilisiert sich nach Kursrutsch
Nach einem deutlichen Kursrutsch zum Wochenschluss wagen sich einige Anleger zurück in den Markt. Der DAX liegt im frühen Handel knapp über der Marke von 26.000 Punkten, ein Plus von 0,2 Prozent reicht jedoch zunächst. Am Donnerstag schloss der Leitindex mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 25.983 Punkten und verzeichnete damit ein Wochenminus von fast 1,5 Prozent. Die Lage bleibt fragil, da die Krise am Anleihemarkt weiterhin bestimmendes Thema ist.
Anleihemärkte: Rückkaufprogramm zeigt nur begrenzte Wirkung
Sorgen über hohe Ölpreise infolge des Iran-Konflikts und die steigende Staatsverschuldung haben die Renditen auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten getrieben. Das US-Finanzministerium kündigte an, langlaufende Anleihen durch Milliardenkäufe zu stützen, doch die künstliche Nachfrage sorgte nur für eine kurzzeitige Erleichterung. Experten der Helaba kritisieren: "Die anfänglichen Marktreaktionen auf die Rückkaufpläne überraschen angesichts des vergleichsweise geringen Volumens. Zudem lassen sich weder Inflationssorgen noch Befürchtungen einer ausufernden Staatsverschuldung dadurch eindämmen." Die Renditen sind gestern wieder gestiegen.
Industriewachstum überrascht, Dienstleistungen schwächeln
Eine positive Überraschung lieferte die deutsche Industrie: Der Einkaufsmanager-Index von S&P Global stieg im August überraschend um fast zwei Zähler auf 54,1 Punkte, den stärksten Anstieg seit vier Jahren. Produktion, Auftragseingänge und Exporte wuchsen so stark wie seit Anfang 2022 nicht mehr. Ökonom Phil Smith spricht von einer "bemerkenswerten Aufhellung der Geschäftsaussichten". Der Dienstleistungssektor hingegen fiel auf 48,5 Punkte und bleibt unter der Wachstumsschwelle. "Der Dienstleistungssektor scheint in einem Sommer-Blues zu sein", sagt Elmar Völker von der LBBW.
Einzelwerte: Fielmann rutscht, CTS Eventim durchwachsen
Der Optikerkonzern Fielmann musste nach einem trüberen Geschäftsausblick einen Kursrutsch hinnehmen. Das Unternehmen hatte Anfang Juli die Jahresziele nach unten korrigiert und erwartet nun das untere Ende der Zielspanne für Umsatz und Ebitda. CTS Eventim meldete für das zweite Quartal erneut ein zweistelliges Wachstum von Umsatz und bereinigtem Ebitda, jedoch schwächte sich die Dynamik ab. Händler sprechen von einem durchwachsenen Zwischenbericht mit enttäuschender Margenentwicklung.
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