Digitale Gewalt gegen Politikerinnen: Hass im Netz als Alltagsphänomen
Wichtige Fakten
- • Politikerinnen werden im Netz besonders häufig angegriffen.
- • Jede zweite Politikerin überlegt aus Angst, kein Amt zu übernehmen.
- • Digitale Gewalt gegen Frauen ist oft persönlicher und sexualisierter.
- • Ein Gesetzentwurf gegen digitale Gewalt liegt seit 2024 vor.
- • Die Grenze zwischen Online-Hass und echter Gewalt verschwimmt.
Häufigkeit und Art der Angriffe
Politikerinnen werden im Netz besonders häufig mit Hasskommentaren, Beleidigungen, Drohungen und Sexismus angegriffen, wie Studien und Erfahrungsberichte zeigen. Die Angriffe zielen selten auf politische Inhalte, sondern häufig auf Aussehen, Alter oder Kompetenz, wobei digitale Gewalt gegen Frauen oft persönlicher und sexualisierter ist als bei Männern.
Folgen und gesellschaftliche Faktoren
Die Angriffe haben schwerwiegende Folgen: Rund jede zweite Politikerin überlegt aus Angst vor Hass im Netz, gar kein Amt zu übernehmen. Hintergrund sind laut Experten wie der Autorin Ingrid Brodnig sexistische Grundhaltungen in der Gesellschaft und gezielte Hassgruppen, die Frauen aus der Öffentlichkeit verdrängen wollen.
Rechtliche und gesellschaftliche Gegenmaßnahmen
Organisationen wie HateAid fordern strengere Regeln gegen digitale Gewalt. Ein Gesetzentwurf aus dem Bundesjustizministerium liegt seit Ende 2024 vor, ist aber noch nicht beschlossen. Betroffene wie die Hamburger SPD-Abgeordnete Sarah Timmann fordern rechtliche Änderungen, um Anonymität zu erschweren, und mehr gesellschaftliche Unterstützung für Opfer.
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