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International 25.03.2026, 11:16 Aktualisiert: 25.03.2026, 15:06

Fehlgeleitete ukrainische Drohnen in Estland und Lettland abgestürzt - NATO-Luftverteidigung vor Herausforderung

Zwei ukrainische Drohnen drangen in estnischen und lettischen Luftraum ein und stürzten ab

Wichtige Fakten

  • Zwei ukrainische Drohnen drangen in estnischen und lettischen Luftraum ein und stürzten ab
  • Eine Drohne kollidierte mit einem estnischen Kraftwerk, verursachte aber keine Schäden
  • Lettland meldete zwei weitere Drohnenvorfälle aus Russland und Belarus
  • Die Drohnen waren Teil eines ukrainischen Angriffs auf russische Ziele
  • Litauens Verteidigungsminister macht Russlands Krieg für die Vorfälle verantwortlich

Drohneneinbrüche in Estland und Lettland

Zwei fehlgeleitete ukrainische Drohnen sind in Estland und Lettland in den Luftraum eingedrungen und abgestürzt. Nach Angaben des estnischen Inlandsgeheimdienstes drang eine Drohne von Russland aus in den estnischen Luftraum ein und kollidierte mit dem Schornstein des Kraftwerks Auvere, das nur zwei Kilometer von der russischen Grenze entfernt liegt. Verletzte oder größere Schäden an dem Kraftwerk wurden nicht gemeldet. Die estnische Regierung berief wegen des Vorfalls eine Sondersitzung des Kabinetts ein.

Ukrainischer Angriff als Ursache

Die estnischen Behörden bestätigten mittlerweile, dass die Drohnen Teil eines größeren ukrainischen Angriffs auf Ziele in Russland waren. Die Ukraine hatte unter anderem zwei russische Ostseehafenstädte mit Drohnen attackiert. Das russische Verteidigungsministerium berichtete, dass 398 ukrainische Langstreckendrohnen über vielen Teilen Russlands abgefangen worden seien. Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass handelte es sich um den bislang schwersten Drohnenangriff aus der Ukraine.

Weitere Vorfälle in Lettland

Die lettischen Behörden meldeten zudem das Eindringen von zwei Drohnen aus Russland und Belarus. Nach Angaben eines Militärsprechers wurde um 2:19 Uhr (Ortszeit) ein unbekanntes Flugobjekt per Radar erfasst, das sich der lettischen Grenze näherte und diese überflog. Rund 20 Minuten später explodierte die Drohne in der Nähe des Dorfes Dobricina von selbst, ohne dass eine alarmierte Einheit der Luftwaffe eingegriffen hätte. Zuvor war bereits gegen 0:50 Uhr ein Objekt von belarusischer Seite in den lettischen Luftraum eingedrungen, hatte eine leichte Kurve geflogen und war in den russischen Luftraum weitergeflogen.

NATO-Luftverteidigung vor Herausforderungen

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind wiederholt Drohnen in den Luftraum der an Russland grenzenden baltischen Staaten eingedrungen. Litauens Verteidigungsminister Robertas Kaunas machte Russland für die Drohnenabstürze verantwortlich und erklärte: "Das alles ist auf Russlands Krieg zurückzuführen." Er betonte, dass die Luftverteidigung nicht nur in Litauen, sondern in der gesamten NATO eine Herausforderung darstelle. Zuletzt war in der Nacht zu Montag eine fehlgeleitete ukrainische Drohne in Litauen abgestürzt, ähnliche Fälle gab es auch in Rumänien und Moldau.

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