Dürre in Großbritannien: Warnung vor Lebensmittelknappheit und Wasserkrise
Wichtige Fakten
- • Satellitendaten zeigen Vegetationsstress in Wales, Nordwest- und Südengland.
- • England: Mehr als die Hälfte in Dürre; Wales komplett in Dürre.
- • Juli: England nur 7% Regen, Südengland 1%, Wales 8%.
- • Wasserspeicher in England bei 75%, unter langjährigem Mittel von 83%.
- • August-Trend: wärmer und trockener als üblich, Besserung nicht in Sicht.
Dürre breitet sich in Großbritannien aus
Satellitenbilder des BBC Verify zeigen die Auswirkungen des langen, heißen Sommers auf die britische Landschaft. In Teilen des Landes ist die Vegetation deutlich gestresst, braune Felder sind in Wales, Nordwestengland und Teilen Südenglands sichtbar. Betroffen sind vor allem Conwy, Flintshire, Denbighshire, Merseyside sowie lokal begrenzt Gebiete um Peterborough, Lincolnshire und Devon. Im Gegensatz dazu bleiben die schottischen Highlands und walisischen Berge weitgehend normal oder sogar grüner.
Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung unter Druck
Die Dürre hat direkte Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Dr. Pauline Scheelbeek von der London School of Hygiene and Tropical Medicine erklärt, dass weniger Regen und heiße Temperaturen die Ernteerträge verringern könnten, was zu weniger britischen Produkten und höheren Preisen in den Supermärkten führen würde. Landwirte müssen bereits Notreserven an Futter für ihr Vieh aufbrauchen, die für den Winter gedacht waren. Zudem sind viele Tiere und Pflanzen nicht an extreme Trockenheit angepasst, warnt Prof. Michael Singer von der Cardiff University, was langfristige Schäden für die Tier- und Pflanzenwelt bedeuten könnte.
Wasserversorgung und Zukunft
Die Trockenheit hat auch Auswirkungen auf die Wasservorräte. Obwohl die Reservoirs dank des feuchten Winters noch relativ gut gefüllt sind – England liegt bei 75 Prozent Füllstand, unter dem langjährigen Mittel von 83 Prozent –, sind die Bedingungen in Südwestengland am schlechtesten. Das Umweltamt warnt vor einem wachsenden Risiko von Wasserknappheit in den kommenden Jahrzehnten, verursacht durch den Klimawandel und erhöhte Nachfrage. Die jüngste Erklärung von mehr als der Hälfte Englands und ganz Wales als Dürregebiet zeigt, dass die Lage ernst ist, und der Blick in die Zukunft verspricht wenig Entspannung.
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