Europa: Dürre und Waldbrände Treffen Auch Großbritannien
Wichtige Fakten
- • England und Wales erleben trockensten Juli seit 190 Jahren.
- • Mehr als die Hälfte Englands und ganz Wales unter Dürre.
- • Großbritannien verzeichnet Rekordzahl an Tagen über 35°C.
- • Waldbrand in Suffolk so groß wie 200 Fußballfelder.
- • 1.947 Hitzetote in England bis Juli geschätzt.
Trockenheit und Dürre in Großbritannien erreichen Rekordwerte
Während Waldbrände in Griechenland, Spanien und Frankreich weiterhin wüten, hat auch Großbritannien mit den Folgen der extremen Hitze zu kämpfen. England und Wales steuern auf ihren trockensten Juli seit Aufzeichnungsbeginn vor 190 Jahren zu. England verzeichnete bis zum 30. Juli nur 5,6 mm Regen, nur 8 % des langjährigen Monatsdurchschnitts und weniger als die Hälfte des bisherigen Rekords von 13,4 mm aus dem Jahr 1911. Wales erhielt lediglich 7,9 mm (ebenfalls 8 % des Durchschnitts). Großbritannien insgesamt erlebt seinen dritttrockensten Juli seit 1868.
Offizielle Dürre und Wasserknappheit
Die Umweltbehörde (Environment Agency) erklärte am Mittwoch für mehr als die Hälfte Englands eine „Blitzdürre“. In Wales wurde ebenfalls Dürre ausgerufen. Mehr als 20 Millionen Menschen sind bereits von Wasserverboten (Hosepipe Bans) betroffen, mit denen Wasser gespart werden soll. In Schottland wird Wassermangel als „erhebliche Knappheit“ eingestuft, was auf kritische Bedingungen in Teilen Ostschottlands hinweist. Die anhaltende Trockenheit verschärft zudem das Risiko von Waldbränden: Im englischen Suffolk wurde ein Großbrand bekämpft, der so groß wie 200 Fußballfelder war. In Schottland brannte zwei Wochen lang ein Feuer in den Cairngorms, das 25 Quadratkilometer Moorland zerstörte.
Rekordtemperaturen und Gesundheitsrisiken
Die Temperaturen kletterten im Juli auf 35,5 °C, wobei mehrere Regionen ihre vierte Hitzewelle des Jahres erlebten. England steuert auf den wärmsten Juli im Mittel aller Tageszeiten zu, Wales verzeichnet seinen wärmsten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen. Diese Hitze fordert ihren Tribut: Schätzungen zufolge gab es in England bis Juli bereits 2.877 hitzebedingte Todesfälle bei den Hitzewellen im Mai und Juni. Die Zahl der Tage mit Temperaturen über 35 °C erreichte einen Rekordwert von sieben Tagen.
Satellitendaten zeigen Belastung der Vegetation
Satellitenanalysen des BBC Verified zeigen eine zunehmende „Vegetationsbelastung“ in Teilen Großbritanniens. In Grafschaften wie Conwy, Denbighshire und Merseyside wird sichtbar, wie grüne Flächen in Brauntöne übergehen, was auf Austrocknung hindeutet. Experten warnen, dass die Trockenheit die Landwirtschaft deutlich beeinträchtigen wird, mit geringeren Erträgen und steigenden Lebensmittelpreisen in den Supermärkten. Während die Stauseen nach einem regenreichen Winter noch gut gefüllt sind, doch auch dort liegen die Werte bereits unter dem Durchschnitt (75 % statt 83 %). Der Wissenschaftler Prof. Michael Singer von der Cardiff University äußert sich besorgt über die vielfältigen Auswirkungen auf die Tierwelt.
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