Siedlungsbau E1: Europa verschärft Ton, ehemalige Diplomaten fordern harte Sanktionen gegen Israel
Wichtige Fakten
- • Israel schreibt 1.200 Wohneinheiten für E1 aus, insgesamt 3.400 geplant.
- • Sieben westliche Länder verurteilen das Projekt, weitere schließen sich an.
- • EU erwägt Sanktionen wie Produktkennzeichnung und Einfrieren von Kontakten.
- • Mehr als 100 ehemalige britische und französische Diplomaten fordern Handelsembargo und Waffenstopp.
- • Baubeginn kann nur bis zum 19. Oktober durch internationale Maßnahmen verhindert werden.
Israel treibt Siedlungsbau voran
Israel hat den Bau von über 1.200 Wohneinheiten im Westjordanland ausgeschrieben. Das sogenannte E1-Projekt zwischen Ostjerusalem und Ma'ale Adumim sieht insgesamt 3.400 Wohneinheiten vor. Damit würde das Westjordanland zerstückelt, ein zusammenhängender Palästinenserstaat wäre unmöglich. Internationale Kritik nimmt zu.
Breite Kritik aus West und angedrohte Sanktionen
Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich sowie weitere Staaten verurteilen die Pläne deutlich. Die EU erwägt Sanktionen wie die Kennzeichnung von Produkten aus Israel, Einschränkungen der akademischen Zusammenarbeit und das Einfrieren sicherheitspolitischer Kooperationen. Deutschland steht solchen Maßnahmen bislang skeptisch gegenüber, könnte sich aber dem wachsenden Druck nicht mehr entziehen.
Schärfere Töne: 100 ehemalige Diplomaten fordern Handelsembargo
Mehr als 100 ehemalige britische und französische Diplomaten haben in einem Brief an ihre Regierungen ein entschiedenes Vorgehen gefordert: Sie verurteilen die israelische Politik als ethnische Säuberung und appellieren, Handelsabkommen mit Israel auszusetzen, Waffenexporte zu stoppen und die Übernahme von Bauprojekten in Siedlungen zu sanktionieren.
Israel zeigt sich unbeeindruckt
Finanzminister Bezalel Smotrich wies die internationale Kritik zurück und zeigt sich unbeeindruckt. Auch Ministerpräsident Netanjahu ignoriere externen Druck. Der Experte Daniel Seidemann sieht nur ein kurzes Zeitfenster zur Verhinderung des Projekts bis zum 19. Oktober, setzt aber zunehmend Hoffnung auf wirtschaftlichen und finanziellen Druck, insbesondere durch die Drohung mit Sanktionen gegen beteiligte Banken.
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