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International 10.04.2026, 10:08 Aktualisiert: 10.04.2026, 18:04

Energiepreise treiben Inflation: Heizöl um 44 Prozent teurer

Heizöl verteuerte sich im März 2026 um 44,4 Prozent, Kraftstoffe um 20 Prozent.

Wichtige Fakten

  • Heizöl verteuerte sich im März 2026 um 44,4 Prozent, Kraftstoffe um 20 Prozent.
  • Die Inflation in Deutschland stieg im März auf 2,7 Prozent, höchster Wert seit zwei Jahren.
  • Die Straße von Hormus liefert 40 Prozent des EU-Kerosins und Diesels.
  • Öl- und Gaspreise sind rund 50 Prozent höher als vor den Angriffen im Februar 2026.
  • Kurzfristige EU-Maßnahmen wie Preisdeckel haben bisher über 9 Milliarden Euro gekostet.

Preisanstieg und geopolitische Unsicherheit

Die Preise für Öl und Gas steigen weiter, trotz einer vorübergehenden Waffenruhe im Nahen Osten, die kurzfristig zu sinkenden Preisen führte. Experten warnen, dass Maßnahmen wie Preisdeckel oder niedrigere Mehrwertsteuer allein nicht ausreichen, um die Krise zu bewältigen. Bundeskanzler Friedrich Merz betont die Fragilität der Lage in der Straße von Hormus, einer wichtigen Handelsroute für die EU, insbesondere für Kerosin und Diesel, von denen 40% der EU-Importe stammen.

Langfristige Herausforderungen und EU-Strategien

Selbst bei einer dauerhaften Beruhigung der Lage wird eine kurzfristige Lösung nicht erwartet, da beschädigte Produktionsanlagen repariert und der Schiffsverkehr wiederhergestellt werden müssen. Die EU-Abgeordneten sind sich einig, dass Europa seine Energieversorgung krisenfester und souveräner gestalten muss, etwa durch einen schnelleren Umstieg auf Erneuerbare Energien und reduzierte Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Derzeit sind Öl und Gas etwa 50% teurer als vor den Angriffen im Februar 2026.

Maßnahmen und Debatten innerhalb der EU

22 EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, haben kurzfristige Maßnahmen wie Preisdeckel eingeführt, die bisher über neun Milliarden Euro gekostet haben. Vorschläge wie ein Tempolimit zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs werden diskutiert, aber von der Bundesregierung abgelehnt. Der Fokus liegt auf langfristigen Lösungen, wie der Förderung von Elektromobilität und heimischer Stromproduktion, um die Abhängigkeit von Weltmarktpreisen zu verringern.

Inflationsauswirkungen durch Energiepreise

Die deutlichen Preissteigerungen bei Energieprodukten haben die Inflation in Deutschland im März 2026 auf 2,7 Prozent getrieben, den höchsten Wert seit zwei Jahren. Laut dem Statistischen Bundesamt resultieren diese Preissprünge maßgeblich aus den Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten. Kraftstoffe verteuerten sich um 20,0 Prozent, während Heizöl sogar um 44,4 Prozent teurer wurde. Trotzdem blieb Haushaltsenergie insgesamt günstiger als vor einem Jahr, dank sinkender Preise für Strom, Erdgas und Fernwärme, teilweise aufgrund von Regierungsmaßnahmen.

Weitere Preisentwicklungen und politische Reaktionen

Bei Nahrungsmitteln fiel der Preisauftrieb mit 0,9 Prozent moderater aus, obwohl einzelne Warengruppen wie Schokolade um 9,6 Prozent teurer wurden. Die sogenannte Kerninflation blieb stabil bei 2,5 Prozent. Trotz eingebrochener Ölpreise nach der Waffenruhe ziehen Benzin und Diesel erneut an, was den ADAC alarmiert. Bundeskanzler Merz lehnt kurzfristige Entscheidungen wie ein Tempolimit weiterhin ab, während EU-Politiker wie der Grüne Michael Bloss dies als vernünftige Maßnahme zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs und Entlastung der Verbraucher fordern.

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