Equal Pay Day: Lohnlücke bleibt hartnäckig, EU-Richtlinie soll Abhilfe schaffen
Wichtige Fakten
- • Der unbereinigte Gender Pay Gap stagnierte 2025 bei 16 Prozent.
- • Die bereinigte Lohnlücke beträgt weiterhin sechs Prozent.
- • Eine EU-Richtlinie soll mehr Transparenz bei der Bezahlung schaffen.
- • Arbeitgeberverbände warnen vor zusätzlicher Bürokratie durch die Richtlinie.
Equal Pay Day 2026
Zum Equal Pay Day am 27. Februar 2026 zeigt sich erneut, dass die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland hartnäckig hoch bleibt. Laut dem Statistischen Bundesamt stagnierte der unbereinigte Gender Pay Gap im Jahr 2025 bei 16 Prozent, was bedeutet, dass Frauen im Durchschnitt 16 Prozent weniger pro Stunde verdienen als Männer. Diese Lücke ergibt sich unter anderem aus der Tatsache, dass Frauen häufiger in Teilzeit oder schlechter bezahlten Berufen arbeiten. Die bereinigte Lohnlücke, die direkte Diskriminierung trotz gleicher Qualifikation misst, bleibt mit sechs Prozent unverändert.
Politische und rechtliche Entwicklungen
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) betont, dass faire und gleiche Löhne nicht nur eine Frage des Respekts, sondern auch ein volkswirtschaftlicher Faktor sind, besonders angesichts des Fachkräftemangels. Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman und die Hans-Böckler-Stiftung fordern die schnelle Umsetzung einer EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz, die das deutsche Entgelttransparenzgesetz verschärfen und Frauen bei der Durchsetzung ihrer Rechte unterstützen würde. Diese Richtlinie könnte beispielsweise Informationen über die Bezahlung schon im Bewerbungsverfahren ermöglichen.
Widerstand und Konsequenzen
Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) lehnt die EU-Vorschläge ab und argumentiert, dass sie nur neue Bürokratie und Mitteilungspflichten schaffen, die Betriebe von Produktivität und attraktiver Bezahlung abhalten. Sollte die Bundesregierung die Richtlinie nicht umsetzen, droht ein Vertragsverletzungsverfahren mit möglichen Strafzahlungen. Damit steht Deutschland vor der Herausforderung, zwischen verbesserter Transparenz und den Bedenken der Wirtschaft abzuwägen.
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