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Wirtschaft 01.05.2026, 07:42

EU-Mercosur-Abkommen vorläufig in Kraft getreten

Abkommen zwischen EU und Mercosur-Staaten vorläufig in Kraft.

Wichtige Fakten

  • Abkommen zwischen EU und Mercosur-Staaten vorläufig in Kraft.
  • Zölle auf Produkte wie Cachaça, Kaffee und Medikamente entfallen.
  • EU rechnet mit Exportplus von 48 Milliarden Euro bis 2040.
  • Kritiker sehen soziale Ungleichheit und Pestizideinsatz verstärkt.
  • Handelsteil gestoppt nur bei EuGH-Urteil dagegen möglich.

Inkrafttreten nach jahrzehntelangen Verhandlungen

Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen ist das EU-Mercosur-Handelsabkommen vorläufig in Kraft getreten. Es umfasst Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay auf der einen sowie die Europäische Union auf der anderen Seite. Ziel ist die Schaffung einer der größten Freihandelszonen der Welt mit rund 700 Millionen Menschen. Die EU-Kommission erwartet für die EU einen Exportzuwachs von rund 48 Milliarden Euro bis 2040, für die Mercosur-Staaten von knapp neun Milliarden Euro.

Chancen und Risiken

Für brasilianische Produzenten wie den Cachaça-Hersteller Raul de Freitas eröffnet das Abkommen neue Absatzmärkte in Europa, da Zölle unter anderem auf Spirituosen, Orangensaft, Kaffee und Schuhe entfallen. Umgekehrt profitieren EU-Exporteure von Medikamenten oder Flugzeugteilen. Brasiliens Präsident Lula begrüßte das Abkommen als geopolitischen Erfolg und Stärkung des Multilateralismus.

Kritik und Ängste

Kritiker wie der Agrarwissenschaftler Antônio Andrioli warnen vor verstärkter sozialer Ungleichheit und Umweltschäden durch Pestizideinsatz. Der argentinische Winzer José Zuccardi befürchtet Wettbewerbsnachteile durch EU-Subventionen. Die Handelsbarrieren für Wein und Olivenöl fallen nicht sofort, sondern schrittweise. Erweiterte Quoten für Rindfleisch oder Ethanol treten ebenfalls zeitverzögert in Kraft. Der Europäische Gerichtshof könnte das Abkommen noch stoppen, falls er sich dagegen ausspricht.

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