EU-Parlament beschließt umstrittene Rückführungszentren für abgelehnte Asylsuchende
Wichtige Fakten
- • EU-Parlament stimmte mit 389 zu 206 Stimmen für Rückführungszentren außerhalb Europas.
- • Abgelehnte Asylsuchende können bis zu zwei Jahre inhaftiert werden.
- • Deutschland, Niederlande, Österreich, Griechenland und Dänemark arbeiten an der Umsetzung.
- • Menschenrechtskommissar warnt vor 'Menschenrechts-Schwarzlöchern' in den Zentren.
- • Zentrum-rechte und rechtsextreme Abgeordnete bildeten Mehrheit für das Gesetz.
Beschluss und Grundlagen
Das Europäische Parlament hat mit einer Mehrheit von 389 zu 206 Stimmen bei 32 Enthaltungen Pläne für sogenannte Rückführungszentren außerhalb der EU beschlossen. Diese Zentren sollen abgelehnte Asylsuchende oder Personen ohne Aufenthaltsrecht aufnehmen, während sie auf ihre Rückführung in Herkunftsländer warten. Der Entwurf sieht vor, die maximale Inhaftierungsdauer von derzeit 18 auf bis zu zwei Jahre zu verlängern, wenn Personen als Sicherheitsrisiko oder fluchtgefährdet eingestuft werden.
Umsetzung und Kritik
Deutschland, die Niederlande, Österreich, Griechenland und Dänemark arbeiten gemeinsam an der Einrichtung dieser Zentren, wobei Experten wie der Menschenrechtskommissar des Europarats vor "Menschenrechts-Schwarzlöchern" warnen, da eine Überwachung der Standards außerhalb der EU schwierig sei. Kritiker, darunter Grüne und Menschenrechtsorganisationen wie das International Rescue Committee, bezeichnen den Beschluss als historischen Rückschlag für Flüchtlingsrechte, der zu willkürlicher Inhaftierung und Rechtsunsicherheit führen könnte.
Politische Dynamik
Die Abstimmung spiegelt einen Rechtsruck im Parlament wider, wobei sich eine Allianz aus meist Mitte-rechts- und rechtsextremen Abgeordneten, darunter Vertreter der Europäischen Volkspartei (EPP) und der Alternative für Deutschland (AfD), für das Gesetz einsetzte. Dies markiert eine Abkehr von der traditionellen Rolle des Parlaments als Bremser restriktiver Migrationspolitik und löst interne Spannungen aus, insbesondere nach Berichten über geheime Verhandlungen zwischen diesen Gruppen.
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