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Politik 13.05.2026, 11:26 Aktualisiert: 13.05.2026, 18:01

EU will grenzüberschreitende Zugreisen vereinfachen (leicher buchen, mehr Rechte)

EU-Kommission will ein Ticket für ganze Zugreise in Europa.

Wichtige Fakten

  • EU-Kommission will ein Ticket für ganze Zugreise in Europa.
  • Bahnanbieter müssen Tickets der Konkurrenz verkaufen.
  • Bei Verspätung soll das verursachende Unternehmen haften.
  • Vorschlag geht an EU-Parlament und Mitgliedstaaten.
  • Bahnbetreiber kritisieren Eingriff als zu interventionspolitisch.

EU-Kommission will grenzüberschreitende Zugreisen mit einem Ticket erleichtern

Die EU-Kommission hat einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, der internationale Zugreisen deutlich vereinfachen soll. Kern ist das Konzept „Eine Reise - ein Ticket“. Große Bahnbetreiber wie die Deutsche Bahn, die französische SNCF und die italienische Trenitalia sollen ihre Fahrpläne, Verspätungen und Preise mit anderen teilen, sodass Reisende durchgehende Tickets auch über mehrere Betreiber und Länder hinweg buchen können. Derzeit sind grenzüberschreitende Fahrten oft umständlich, weil Passagiere mehrere Einzeltickets benötigen und bei Verspätungen kaum Ansprüche haben.

Stärkung der Fahrgastrechte bei Verspätungen

Der Vorschlag stärkt zudem die Rechte der Fahrgäste. Wer wegen einer Verspätung den Anschlusszug verpasst, soll automatisch den nächsten Zug nehmen können – ohne erneut zahlen zu müssen. Nötigenfalls soll das verursachende Unternehmen auch eine Hotelunterkunft oder Verpflegung übernehmen. Bereits zuvor hatten freiwillige Abkommen mehrerer Bahnen unterzeichnet, doch die EU-Kommission will eine rechtsverbindliche Regelung durchsetzen. Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas spricht von einem „Gamechanger“ und erwartet durch mehr Transparenz günstiger Preise und steigende Fahrgastzahlen.

Kritik und Opposition der Bahnverbände

Die Bahnverbände lehnen den Vorschlag ab: Der Verband CER sieht „unbeispiellosen regulatorischen Interventionismus“. Andere mahnen den hohen IT-Aufwand und das Haftungsrisiko für die Unternehmen an. Auch EU-Abgeordnete begrüßen grundsätzlich mehr Fahrgastrechte. Vertreter haben aber noch Klärungsbedarf zur Haftungsverteilung und zur praktischen Umsetzung, ehe ein Gesetz beschlossen wird: Das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten entscheiden. Unter der Bedingung könnten die Neuregelungen im Jahr 2027 in Kraft treten.

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