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Politik 17.01.2026, 12:45 Aktualisiert: 17.01.2026, 20:07

Ex-AfD-Sprecher Christian Lüth arbeitet wieder für mehrere AfD-Abgeordnete im Bundestag

Christian Lüth wurde nach heimlich gefilmten Aussagen über mögliches „Erschießen“ oder „Vergasen“ von Migranten fristlos als AfD-Pressesprecher entlassen.

Wichtige Fakten

  • Christian Lüth wurde nach heimlich gefilmten Aussagen über mögliches „Erschießen“ oder „Vergasen“ von Migranten fristlos als AfD-Pressesprecher entlassen.
  • Lüth arbeitet nach eigenen Angaben seit rund zwei Jahren wieder im Bundestag als wissenschaftlicher Referent – unter anderem für den AfD-Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt.
  • Nach Angaben der Tagesschau arbeitet Lüth inzwischen für mehrere AfD-Abgeordnete.
  • Der AfD-Abgeordnete Reinhard Mixl bestätigte, dass Lüth seit dem 1. Dezember 2025 auf geringfügiger Basis Pressearbeit für ihn übernimmt; Mixl sagt, er habe von Lüths damaligen Aussagen nichts gewusst und Lüth sei ihm empfohlen worden.
  • Lüth bezeichnete seine damaligen Äußerungen rückblickend als „ironische Aussagen“, spricht von einer „Falle“ in einem privaten Gespräch und sagt, er habe sich entschuldigt und die Aussagen zurückgenommen.
  • Laut Bericht gibt es in der AfD-Fraktion interne Kritik an Lüths Rückkehr; öffentlich wollen sich Kritiker jedoch nicht äußern.
  • Aus dem Umfeld der Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel wird erneut darauf verwiesen, dass die Einstellung von Mitarbeitern in Abgeordnetenbüros in der Verantwortung des einzelnen Abgeordneten liegt, die Fraktion keinen Einfluss hat und keine Informationspflicht besteht.
  • Politikwissenschaftler Wolfgang Schröder sieht Reputationsrisiken für die Gesamtfraktion und meint, die Fraktionsspitze müsse eigentlich darauf hinwirken, dass Lüth die Position nicht wahrnimmt.
Der frühere AfD-Parteisprecher Christian Lüth, der nach heimlich gefilmten Aussagen über ein mögliches „Erschießen“ oder „Vergasen“ von Migranten fristlos entlassen worden war, ist wieder im Bundestag tätig – inzwischen offenbar nicht nur für einen, sondern für mehrere AfD-Abgeordnete. Lüth sagt, er arbeite seit rund zwei Jahren als wissenschaftlicher Referent, unter anderem für den Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt. Der bayerische AfD-Abgeordnete Reinhard Mixl bestätigte zudem, Lüth sei seit dem 1. Dezember 2025 auf Minijob-Basis für seine Pressearbeit engagiert worden; er habe von Lüths damaligen Aussagen nichts gewusst und Lüth sei ihm empfohlen worden. Lüth selbst stellt die damaligen Aussagen heute als in einem privaten Gespräch gestellte „Falle“ dar und spricht von „ironischen“ Bemerkungen, die er zurückgenommen und für die er sich entschuldigt habe. In der AfD-Fraktion gibt es laut Bericht dennoch Unmut über seine Rückkehr, Kritiker wollten sich jedoch öffentlich nicht äußern. Die Fraktionsspitze verweist weiterhin darauf, dass Abgeordnete ihr Personal eigenverantwortlich einstellen und es keine Informationspflicht gegenüber der Fraktion gibt. Der Politikwissenschaftler Wolfgang Schröder warnt hingegen vor erheblichem Reputationsschaden und sieht die Fraktionsführung in der Pflicht, politisch gegenzusteuern.

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