Pantisano entschuldigt sich, Linnemann lehnt Entschuldigung ab: Druck auf Linken-Chef wächst
Wichtige Fakten
- • Pantisano entschuldigte sich für Aussage über „faschistische Politik“ der CDU.
- • CDU-Generalsekretär Linnemann lehnte Entschuldigung ab und fordert Rücktritt.
- • Pantisano bekräftigt Kritik am Rechtskurs der CDU, aber relativiert.
- • CDU-Landeschefs fordern Rücktritt; nur 53 Prozent der Delegierten für Pantisano.
- • Linke im Osten fürchtet Zerreißprobe durch Pantisanos Aussagen.
Entschuldigung nach Faschismus-Vorwurf
Der neue Linken-Vorsitzende Luigi Pantisano hat sich für seine Aussage entschuldigt, es gebe „gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik mache, der AfD oder den Faschisten selbst“. In einer Stellungnahme erklärte Pantisano, seine Aussage sei „verkürzt und in dieser Form falsch“ gewesen. Er bat insbesondere diejenigen in der CDU um Verzeihung, die sich klar für eine Brandmauer zur AfD einsetzten. Der Vorsitzende bekräftigte jedoch seine Kritik am Rechtskurs der CDU und warnte vor einem möglichen weiteren Zusammenrücken von CDU und AfD.
Schlagabtausch mit der Union
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann lehnte die Entschuldigung umgehend ab und sprach von einer „Unverschämtheit“. Er forderte Pantisano ultimativ auf, entweder den Vorsitz niederzulegen oder klarzustellen, dass die Aussage die Position der gesamten Linken widerspiegele. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hatte zuvor den sofortigen Rücktritt Pantisanos verlangt und erklärt, dieser habe sich als Ansprechpartner disqualifiziert. CSU-Generalsekretär Martin Huber nannte die Äußerung eine Gefahr für das demokratische Diskursklima und einen „echten politischen Skandal“.
Rückendeckung und parteiinterne Kritik
Pantisano war am Samstag beim Linken-Parteitag mit denkbar knappen 53 Prozent der Delegiertenstimmen zum neuen Co-Chef gewählt worden – ein deutlicher Dämpfer. In den ostdeutschen Verbänden, wo die Linke mit der CDU auf Landesebene kooperiert oder dies erwägt, sorgte der Vorfall für enorme Verärgerung. Die sachsen-anhaltinische Fraktionsvorsitzende Eva von Angern nannte die Aussage „nicht nur unglücklich, sondern inakzeptabel“ und führte Krisengespräche mit Pantisano. Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner mahnte hingegen einen pragmatischen Kurs zur Abgrenzung von der AfD an und betonte: „Wir werden alles tun, um die AfD von den Schalthebeln der Macht fernzuhalten.“
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