ILA Berlin: Luftfahrtstrategie der Regierung unter Kritik
Wichtige Fakten
- • ILA eröffnet in Berlin mit Diskussionen über Drohnen und Rüstung.
- • Kanzler Merz will neue Luftfahrtstrategie vorstellen.
- • Umweltverbände kritisieren Strategie als zu wenig klimambitioniert.
- • Verbände fordern Senkung der Luftverkehrsteuer und Bürokratieabbau.
- • Luftfahrtbranche wächst, aber Standortkosten in Deutschland steigen.
Eröffnung der ILA Berlin
Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) hat am 10. Juni 2026 in Berlin begonnen. Im Fokus stehen neue Produkte und Innovationen in den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigung, darunter auch Diskussionen über den verstärkten Einsatz von Drohnen. Erwartet wird zudem eine Debatte über die Zukunft der europäischen Rüstungszusammenarbeit nach dem Scheitern des Projekts eines deutsch-französischen Kampfjets.
Luftfahrtstrategie der Bundesregierung
Bundeskanzler Friedrich Merz will sich am Nachmittag auf der Messe zur neuen Luftfahrtstrategie der Bundesregierung äußern. Ziel der Strategie ist es, den Standort Deutschland als führende Luftfahrtnation zu stärken. Laut einem Kabinettsentwurf werden unter anderem die klimaschonende Luftfahrt, die Stabilität von Lieferketten und die Wettbewerbsfähigkeit der Flughäfen angesprochen. Der Bundestag hatte bereits die letzte Erhöhung der Luftverkehrsteuer zurückgenommen, das Gesetz muss noch vom Bundesrat bestätigt werden.
Kritik von Verbänden und Umweltorganisationen
Verbände wie der BDI fordern konkrete Maßnahmen, etwa weitere Steuersenkungen, einen Abbau von Bürokratie und niedrigere nationale Gebühren. Die Standortkosten in Deutschland hätten sich seit der Pandemie teils verdoppelt. Umweltverbände wie Germanwatch kritisieren die Strategie hingegen als unzureichend: Sie setze zu stark auf Wachstum, vernachlässige den Klima- und Ressourcenschutz und treibe den Hochlauf synthetischer Kraftstoffe nicht ambitioniert genug voran. Ein klimaneutraler Luftverkehr bis 2050 sei so kaum zu erreichen.
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