Industrieabwanderung nach Osteuropa: Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit schwindet
Wichtige Fakten
- • Fast 60% der Unternehmen rechnen bis 2030 mit steigendem Jobabbau.
- • Arbeitskosten in Ungarn: 15,60 Euro/Stunde vs. 49,50 Euro in Deutschland.
- • 52% erwarten Arbeitsplatzplus in Osteuropa.
- • Mercedes baut Elektro-C-Klasse in Kecskemét, Kosten um 70% sinken.
- • KACO verlässt Arbeitgeberverband und verlagert Produktion ganz nach Ungarn.
Wachsende Abwanderung deutscher Unternehmen
Viele deutsche Industrieunternehmen verlagern ihre Produktion zunehmend nach Osteuropa, insbesondere nach Ungarn. Ursache sind hohe Energiekosten, Lohnsteigerungen und der Wettbewerbsdruck. Der Dichtungshersteller KACO ist ein Beispiel: Es investiert in Ungarn und baut in Deutschland Arbeitsplätze ab.
Kostenunterschiede sind erheblich
Die Arbeitskosten in Ungarn betragen rund 15,60 Euro pro Stunde, während sie in Deutschland bei knapp 50 Euro liegen. Mercedes-Benz senkt seine Kosten in ungarischen Werken laut eigenen Angaben um 70 Prozent, vorangebracht durch längere Arbeitszeiten (40 Stunden statt 35 Stunden pro Woche) und einen niedrigeren Krankenstand.
Tariflöhne geraten unter Druck
Die Unternehmen fordern mehr Flexibilität bei Tarifverträgen – treibende Motivation für den Austritt von KACO aus dem Arbeitgeberverband Südwestmetall. Diese Entwicklung setzt die deutsche Tarifbindung und die Sozialpartnerschaft langfristig unter Druck.
Strategien und Zukunft
Experten warnen vor einem Rückgang der Industrie in Deutschland, sehen aber zugleich Chancen für Forschung und Entwicklung als Kern in Deutschland verankert zu bleiben. Viele Unternehmen folgen der Strategie „Local for Locall„, indem sie weltweit am Markt produzieren.
Damit entstehen neuen Arbeitsplätze in Asien und Nordamerika, während Osteuropa zunehmend an Bedeutung gewinnt. Speziell in der Autoindustrie dominieren deutsche Investitionen in Ungarn und ein asiatisches Produktionsnetzwerk.
Im Fokus: Die Innovationsstärke in Deutschland könnte den Wandel bewältigen, wenn sie zukünftig von Politik unterstützt wird.
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