Verhandlungen über iranisches Atomprogramm ohne Durchbruch - IAEA fordert Zugang zu Atomanlagen
Wichtige Fakten
- • Dritte Verhandlungsrunde in Genf endete ohne Lösung, aber mit geplanten weiteren Gesprächen in Wien.
- • IAEA fordert dringend Zugang zu allen iranischen Atomanlagen, besonders besorgt über hochangereichertes Uran in Isfahan.
- • US-Präsident Trump zeigt sich unzufrieden mit Iran, droht weiter mit Militärschlägen bei Scheitern der Verhandlungen.
- • Mehrere Länder raten Bürgern zur Ausreise aus Iran und Israel wegen möglicher militärischer Eskalation.
Verhandlungsstand ohne Durchbruch
Die dritte Runde indirekter Gespräche zwischen den USA und dem Iran über das iranische Atomprogramm endete in Genf ohne Lösung, doch beide Seiten signalisierten Flexibilität und planen weitere Gespräche. Oman vermittelte zwischen den Delegationen, darunter Irans Außenminister Abbas Araghtschi und US-Vertreter wie Sondergesandter Steve Witkoff und Jared Kushner. Araghtschi sprach von "guten Fortschritten" mit Übereinkünften in einigen Fragen, während andere Differenzen bestehen. Die Gespräche sollen in der kommenden Woche auf technischer Ebene in Wien fortgesetzt werden.
IAEA fordert dringend Zugang zu Atomanlagen
Parallel zu den Verhandlungen hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) Iran aufgefordert, unverzüglich wieder Inspektoren zu all seinen Atomanlagen zuzulassen. In einem vertraulichen Bericht äußerten die UN-Atomwächter besondere Sorge über den Verbleib hochangereicherten Urans und die Situation am Standort Isfahan. Seit den Luftangriffen der USA und Israels im Juni 2025 haben Inspektoren keinen Zugang mehr zu drei Uran-Anreicherungsanlagen. Die IAEA betont, dass Klarheit über die Bestände "unverzichtbar und dringend" sei.
Militärische Drohkulisse und internationale Reaktionen
US-Präsident Trump droht weiterhin mit Militärschlägen, sollte es zu keiner Einigung im Atomstreit kommen. Er äußerte sich unzufrieden mit den iranischen Vorschlägen, betonte aber, keinen Krieg zu wollen. Als Reaktion auf die angespannte Lage haben mehrere Länder, darunter die USA, Großbritannien, China und Deutschland, ihre Bürger aufgefordert, Iran und Israel zu verlassen oder von Reisen abzuraten. Im Persischen Golf und Mittelmeer ist ein massiver Aufmarsch von US-Luftstreitkräften zu verzeichnen, der größte seit dem Irak-Krieg 2003.
Innere Lage im Iran und humanitäre Aspekte
Im Iran selbst herrscht angesichts der drohenden Eskalation große Unsicherheit. Viele Bürger bereiten sich auf mögliche Konflikte vor, indem sie Notvorräte anlegen. Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, mit Inflation über 62% und lähmender Unsicherheit vor dem persischen Neujahrsfest Nowruz. Gleichzeitig berichten Menschenrechtsorganisationen von anhaltender Repression nach den Protesten, mit Tausenden Toten und eingeschränkter Transparenz. Die Frage, ob Diplomatie oder militärische Konfrontation folgt, bleibt offen und belastet die Bevölkerung.
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