Island bleibt gespalten: EU-Referendum zu knapp für eine Entscheidung
Wichtige Fakten
- • 51,2% Ja bei einem Drittel Auszählung, später 50,1% Nein.
- • Fischereiindustrie und EU-Fischereipolitik sind zentrale Streitpunkte.
- • Islands Regierung will unabhängig vom Ausgang weitermachen.
Erste Ergebnisse zeigen knappes Rennen
In Island zeichnet sich beim Referendum über die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Nach Auszählung von etwa einem Drittel der Stimmen lag die Befürworter-Lager mit 51,2 Prozent knapp vorn, während 48,8 Prozent dagegen stimmten. Später berichtete der Sender RUV auf Basis von 153.197 Stimmen von 50,1 Prozent Nein-Stimmen und 49,9 Prozent Ja-Stimmen. Ein verlässliches Ergebnis wird erst für Sonntagmittag erwartet.
Geopolitische Spannungen befeuern Debatte
Die Abstimmung findet vor dem Hintergrund globaler Spannungen statt, darunter die Ukraine-Krise und Drohungen des US-Präsidenten Donald Trump gegen Grönland. Befürworter argumentieren, eine EU-Mitgliedschaft könnte die hohen Zinsen senken und für mehr Sicherheit sorgen, während Gegner den Verlust der Souveränität und die Kontrolle über die wichtigen Fischereigewässer fürchten. Fisch und Meeresprodukte machen fast 40% der isländischen Exporte aus.
Regierung zeigt sich unabhängig vom Ausgang
Ministerpräsidentin Kristrun Frostadottir betonte laut BBC: 'Dies ist ein großer Tag, wir haben jahrelang auf diese Abstimmung gewartet.' Ihre Regierung werde ihre Arbeit unabhängig vom Ausgang fortsetzen. Island hatte 2009 einen EU-Aufnahmeantrag gestellt, der jedoch 2013 von einer EU-skeptischen Regierung auf Eis gelegt wurde. Ein 'Ja' würde Verhandlungen ermöglichen, aber ein endgültiger Beitritt müsste in einem zweiten Referendum bestätigt werden.
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