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International 29.08.2026, 03:43 Aktualisiert: 29.08.2026, 06:00

Island stimmt über EU-Beitrittsverhandlungen ab

Umfragen zeigen knappes Rennen, Nein-Lager leicht vorn.

Wichtige Fakten

  • Umfragen zeigen knappes Rennen, Nein-Lager leicht vorn.
  • Fischerei ist zentraler Streitpunkt, Souveränitätsängste dominieren.
  • Referendum war ursprünglich für 2027 geplant.
  • Sicherheitslage und Grönland-Aussagen Trumps beeinflussen Debatte.

Island stimmt über die Wiederaufnahme von EU-Beitrittsgesprächen ab

Auf Island entscheiden die Bürger am Samstag per Referendum, ob die Verhandlungen über einen EU-Beitritt wieder aufgenommen werden sollen. Laut jüngsten Umfragen ist der Ausgang völlig offen: Eine Umfrage sah das Nein-Lager mit 51,6 % knapp vorn, während eine frühere Umfrage das Ja-Lager leicht in Führung sah. Das Referendum war von Premierministerin Kristrun Frostadottir ursprünglich für spätestens 2027 versprochen worden, wurde aber wegen der globalen Sicherheitslage auf August vorgezogen.

Fischerei und Souveränität als Schwerpunkte

Die Debatte konzentrierte sich weniger auf Sicherheit, sondern mehr auf Islands lebenswichtige Fischereiindustrie und Souveränität. Fischerei macht fast 40 % der Exporte aus, und viele Isländer haben Angst, unter der EU-Gemeinsamen Fischereipolitik die Kontrolle über ihre Fischerrechte zu verlieren. Befürworter wie die Außenministerin argumentieren, dass ein EU-Beitritt die Sicherheit stärkt und wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen kann, darunter möglicherweise niedrigere Zinsen. Knapp drei Viertel der Bevölkerung beteiligen sich an der Abstimmung, über 20 % stimmten bereits im Vorfeld.

Geopolitische Hintergründe

Die Entscheidung wird auch durch die jüngsten geopolitschen Spannungen beeinflusst: US-Präsident Donald Trumps Interesse an Grönland und dessen Verwechslung mit Island haben Verunsicherung ausgelöst. Island ist NATO-Gründungsmitglied, hat aber keine eigene Armee und verlässt sich auf Sicherheitsabkommen mit den USA und die NATO. Eine EU-Mitgliedschaft wird diskutiert, um unabhängiger in Sicherheitsfragen zu werden und eine Alternative zu nehm Richtung EU zu schaffen.

Die Ministerpräsidentin hat zugesagt, sich dem Votum zu beugen: Folgt ein Nein, ruhen alle Gespräche; bei einem Ja starten Verhandlungen mit dem Ziel einer Empfehlung an die Bevölkerung, die in einem zweiten Referendum endgültig entscheidet.

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