Isolationshaft umstrittener Arzt: Fall Abu Safiya sorgt international für Protest
Wichtige Fakten
- • Hussam Abu Safiya ist seit Ende 2024 in israelischer Haft, ohne Anklage.
- • Er wird als ungesetzlicher Kombattant festgehalten und war Leiter des Kamal-Adwan-Krankenhauses.
- • Anwalt berichtet von Gewaltspuren und Isolation im Hochsicherheitstrakt.
- • Israel wirft ihm Mitgliedschaft in der Hamas vor, was sein Sohn bestreitet.
- • Internationale Proteste fordern seine Freilassung, die Haft wurde verlängert.
Arrest und Isolation eines führenden Mediziners
Hussam Abu Safiya, ehemaliger Direktor des Kamal-Adwan-Krankenhauses im nördlichen Gazastreifen, befindet sich seit Ende 2024 in israelischer Haft. Er wird ohne Anklage als ungesetzlicher Kombattant festgehalten und in den Hochsicherheitstrakt des Nizan-Gefängnisses in Ramleh verlegt. Dort ist er in Isolationshaft. Sein Anwalt Nasser Odeh schildert dem Sender CNN alarmierende Details: Abu Safiya sei gefesselt in den Besucherraum gebracht worden, im Gesicht und an den Augen sichtbare Verletzungen aufweisend. Er habe kaum atmen oder gehen können. Israel bestätigt medizinische Überwachung, doch Menschenrechtsorganisationen äußern ernste Sorgen angesichts des Zustands des Arztes. Die Organisation Physicians for Human Rights Israel kritisiert die intransparente Kommunikation über seine medizinische Betreuung.
Umstrittene Vorwürfe und internationaler Druck
Gegen Abu Safiya liegt keine Anklage vor. Israel wirft ihm vor, Mitglied der Hamas zu sein, und stützt sich auf ein Foto, das ihn in Uniform zeigt. Sein Sohn bestreitet dies: Das Foto zeige ihn als Angestellten der Palästinensischen Autonomiebehörde. Abu Safiya war international bekannt geworden, weil er bis zuletzt die Räumung des Kamal-Adwan-Krankenhauses verweigerte, bevor es von israelischen Streitkräften eingenommen und zerstört wurde. Er berichtete Journalisten von Angriffen auf das Gesundheitssystem. Israelis argumentieren, aus Krankenhäusern habe die Hamas operiert, konkrete Beweise wurden oft nicht vorgelegt. Inzwischen protestieren Menschen in Israel und international für seine Freilassung. Vor der deutschen Botschaft in Tel Aviv fand eine kleine Kundgebung statt. Die Haft wurde verlängert und kann noch mindestens vier Monate andauern. Menschenrechtsorganisationen sehen in seinen Haftbedingungen ein Beispiel für eine systematische Praxis, die auch andere palästinensische Gefangene betrifft. Abu Safiya selbst soll laut Anwalt gesagt haben: "Das könnte das letzte Mal sein, dass wir uns sehen."
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