Italien: Tod zweijährigen Jungen nach Herztransplantation mit fehlerhaft gekühltem Spenderorgan
Wichtige Fakten
- • Das Spenderherz wurde mit Trockeneis statt herkömmlichem Eis transportiert.
- • Die Temperatur betrug etwa -80°C statt der erforderlichen +4°C.
- • Sechs Ärzte und Sanitäter stehen unter Ermittlung der Staatsanwaltschaft.
- • Die Familie plant eine Stiftung im Namen des Jungen zu gründen.
Vorfall und Untersuchungen
Der zweijährige Domenico ist in Italien nach einer Herztransplantation gestorben, nachdem das Spenderherz beim Transport irreparabel beschädigt wurde. Das Organ wurde von Bozen nach Neapel transportiert und kam dabei mit Trockeneis in Kontakt, was zu einer Temperatur von etwa -80°C statt der erforderlichen +4°C führte und das Gewebe „buchstäblich erfrieren“ ließ. Trotz der Schäden wurde das Herz eingepflanzt, nachdem Domenicos eigenes Herz bereits entfernt worden war. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sechs Ärzte und Sanitäter, die beteiligte Klinik hat interne Prüfungen eingeleitet.
Klinischer Verlauf und Reaktionen
Domenico, der bereits mit einem Herzfehler geboren wurde, war seit der Transplantation im Dezember auf Lebenserhaltungssystemen, bis sich sein Zustand plötzlich und irreversibel verschlechterte. Ein Ärzteteam entschied, dass eine weitere Transplantation zwecklos sei, da auch andere Organe wie die Nieren nicht mehr richtig funktionierten. Seine Mutter Patrizia Mercolino forderte Aufklärung und kündigte an, eine Stiftung im Namen ihres Sohnes zu gründen, um anderen Kindern zu helfen. Italienische Politiker, darunter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, äußerten ihr Beileid und betonten die Notwendigkeit einer vollständigen Aufklärung.
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