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Wissen 22.07.2026, 03:48 Aktualisiert: 22.07.2026, 08:01

Japan führt ‚kokushobi‘ als neue Extremhitze-Kategorie ein

Japan führte "kokushobi" für Tage über 40 °C ein.

Wichtige Fakten

  • Japan führte "kokushobi" für Tage über 40 °C ein.
  • Erstmals gemessene 40 °C am 22. Juli 2026.
  • Hitzetote überstiegen 2024 erstmals 2.000.
  • Büroangestellte sollen kurze Hosen tragen.
  • 2025 war der heißeste Sommer seit 1898.

Hintergrund des Kokushobi

Japan hat im April 2026 den Begriff "kokushobi" (grausam heißer Tag) eingeführt, um die Bevölkerung vor Temperaturen über 40 Grad Celsius zu warnen. Die japanische Wetterbehörde reagiert damit auf die zunehmende Hitzewellen, die früher selten waren, aber aufgrund des Klimawandels häufiger auftreten.

Aktuelle Rekordhitze

Am 22. Juli 2026 wurden in den Städten Gujo, Tajimi und Toyota erstmals offiziell 40 Grad erreicht. Gujo und Toyota verzeichneten mit 40 °C bzw. 40,1 °C Allzeithochs. Gleichzeitig registrierten 278 von 914 Wetterstationen Temperaturen über 35 °C (Moshobi). Bereits 2025 war der heißeste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1898: Der Sommer lag 2,4 °C über dem Durchschnitt der vorangegangenen drei Jahrzehnte, und am 5. August wurde in Isesaki die nationale Höchstmarke von 41,8 °C gemessen.

Gesundheitliche Folgen hoher Temperaturen

Die Hitze forderte bereits Todesopfer: Ein 40-jähriger Mann starb am 21. Juli in Sanjo (Niigata), ein weiterer 70-Jähriger in Kanagawa. In der Hitzesaison 2024 starben erstmals über 2.000 Menschen an Hitzschlag, und über 100.000 Personen kamen zwischen Mai und September ins Krankenhaus.

Anpassungsmaßnahmen der japanischen Gesellschaft

Büroangestellte werden im Rahmen der "Cool Biz"-Kampagne ermutigt, kurze Hosen, Polohemden, T-Shirts und Turnschuhe zu tragen, um den Einsatz von Klimaanlagen zu reduzieren. Gouverneurin Yuriko Koike gab die neuen Kleidungsempfehlungen vor dem Hintergrund erwarteter Stromengpässe bekannt. Auch im Sportbereich gibt es Anpassungen: Seit 2024 wird das landesweit beliebte Koshien-Baseballturnier aufgrund der sengenden Hitze in Morgensessions und Abendsessions aufgeteilt.

Auswirkungen auf Landwirtschaft und Umwelt

Die zunehmende Hitze bedroht landwirtschaftliche Erträge, insbesondere den Reisanbau. Landwirte setzen vermehrt hitzetolerantere Reissorten sowie alternative Feldfrüchte wie Avocados an. Laut einer Studie des Instituts für Umweltstudien und der Waseda-Universität werden Schulsportarten ab den 2060er Jahren ohne drastische Emissionsreduktionen im Freien nicht mehr möglich sein. Die durchschnittliche Sommertemperatur in Japan ist in den letzten 100 Jahren um 1,3 Grad gestiegen.

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