Kolumbien wählt: Die Stichwahl zwischen Frieden und Law-and-Order
Wichtige Fakten
- • De la Espriella verspricht einen Sicherheitskurs mit militärischer Konfrontation.
- • Cepeda setzt auf einen integrierten Frieden (paz integral) mit Verhandlungen.
- • Die Wahl findet vor dem Hintergrund zunehmender Gewalt und Binnenflucht statt.
- • De la Espriella liegt in Umfragen leicht vor Cepeda.
- • Ex-Präsident Petro hinterlässt soziale Reformen, aber umstrittene Sicherheitsbilanz.
Hintergrund der Stichwahl
In der kolumbianischen Stichwahl steht Abelardo de la Espriella, ein rechter Anwalt und Unternehmer, gegen den linken Senator Iván Cepeda. De la Espriella hat Sympathisanten von Donald Trump, Javier Milei und Nayib Bukele als Vorbilder. Er setzt auf eine Law-and-Order-Politik und das nationale Fußballtrikot als Symbol. Cepeda hingegen will den Reformkurs des scheidenden Präsidenten Gustavo Petro fortsetzen, aber moderater und konsensorientierter agieren, insbesondere bei der Sicherheitspolitik.
Die Sicherheitslage
Die Gewalt bewaffneter Gruppen ist das beherrschende Thema dieser Wahl. Petros „paz total“ gilt als gescheitert. Während Cepeda mit einem „paz integral“ mehr soziale Reformen in Konfliktgebieten verspricht, strebt De la Espriella die militärische Konfrontation an. Er macht das Scheitern von Verhandlungen, Binnenflucht und Wiederaufleben der Morde zum Wahlkampfthema. Doch Experten bezweifeln, dass eine einzelne Strategie den jahrzehntelangen Konflikt lösen kann.
Prognose
Umfragen sehen De la Espriella in Führung. Moderate Wähler wechseln aus Angst vor Präsident Petro zu ihm. Energierechtsprechungen und die Unterstützung von Trump stärken ihn. Für Kolumbien steht viel auf dem Spiel, aber weder sein noch Cepedas Sieg verspricht eine kurzfristige Lösung für die Vielfachkrise.
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