Peru vor Stichwahl: Rechts-gegen-links-Duell um Präsidentschaft
Wichtige Fakten
- • Stichwahl zwischen Keiko Fujimori (rechts) und Roberto Sánchez (links).
- • Fujimori erreichte 17%, Sánchez 12% im ersten Wahlgang.
- • Seit 2016 hatte Peru acht Präsidenten, nur drei gewählt.
- • Leerstimmen waren im April drittstärkste Kraft.
- • Sánchez will Castillo freilassen, Fujimori setzt auf Law & Order.
Kampf um die Präsidentschaft
Peru steht vor einer richtungweisenden Stichwahl: Die rechtsgerichtete Keiko Fujimori, Tochter des früheren autoritären Präsidenten Alberto Fujimori, tritt gegen den linken Kongressabgeordneten Roberto Sánchez an. Laut aktuellen Umfragen liegen beide Kandidaten fast gleichauf – Fujimori bei 43,2 %, Sánchez bei 43,8 %. Die Wahl ist bereits die neunte Präsidentschaftswahl innerhalb eines Jahrzehnts in dem von chronischer Instabilität geplagten Land.
Hintergrund und Herausforderungen
Fujimori, die bereits zum vierten Mal kandidiert, profitiert vom Law-and-Order-Image ihres Vaters, während Sánchez das Erbe des gestürzten Präsidenten Pedro Castillo beansprucht. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist riesig: Millionen Peruaner bleiben der Wahl fern oder geben bewusst leere Stimmzettel ab. Experten warnen, dass das Vertrauen in die Politik auf einem nahezu historischen Tiefpunkt angelangt ist. Sollte Fujimori gewinnen, fürchten viele eine autoritäre Regierung; bei Sánchez gibt es Bedenken wegen möglicher wirtschaftlicher Fehlentscheidungen.
Wirtschaft und Sicherheit im Fokus
Die zentralen Themen des Wahlkampfs sind die steigende Kriminalität – Erpressung und Morde haben drastisch zugenommen – sowie die Wirtschaftskrise. Beide Kandidaten versprechen Besserung, doch angesichts der Blockaden im Kongress und des tiefen Misstrauens der Bürger wird es für den Sieger eine enorme Herausforderung, das Land zu stabilisieren. Die Stichwahl am Sonntag entscheidet damit nicht nur über die kommende Präsidentschaft, sondern auch über die Richtung der peruanischen Demokratie.
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