Merz beendet China-Reise mit gemischter Bilanz: Wirtschaftskooperation und diplomatische Zurückhaltung
Wichtige Fakten
- • Merz besuchte die Verbotene Stadt in Peking und hinterließ ein Schiller-Zitat im Gästebuch.
- • Der Kanzler reiste mit einer 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation, darunter Vorstandschefs von VW, BMW und Siemens.
- • In Hangzhou besichtigte Merz Unternehmen wie Unitree Robotics und Siemens Energy.
- • Deutsch-chinesische Regierungskonsultationen wurden für den Herbst vereinbart.
- • Merz kündigte einen chinesischen Großauftrag für Airbus von bis zu 120 Maschinen an.
Besuch in Peking und Hangzhou
Bundeskanzler Friedrich Merz setzte seinen China-Besuch mit der Besichtigung der Verbotenen Stadt in Peking fort, einem UNESCO-Weltkulturerbe, und verewigte sich im Gästebuch mit einem Zitat aus Friedrich Schillers "Sprüche des Konfuzius" und einem Wunsch für ein "Jahr der Zusammenarbeit und des Wachstums" kurz nach dem chinesischen Neujahrsfest. Anschließend sah er sich eine Präsentation autonom fahrender Fahrzeuge von Mercedes an.
Wirtschaftsdelegation und Unternehmensbesuche
Merz reiste weiter in die Tech-Metropole Hangzhou, wo er Unternehmen wie den Roboterhersteller Unitree Robotics und Siemens Energy besuchte, begleitet von einer 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation mit Vorstandschefs von Volkswagen, BMW, Mercedes, Bayer und Siemens. Die Stadt ist ein wichtiger Standort für Großunternehmen wie Alibaba und DeepSeek.
Politische Gespräche und diplomatische Strategie
Bei seinem Antrittsbesuch traf Merz Chinas Ministerpräsident Li Qiang und Staatspräsident Xi Jinping, wobei beide Seiten den Willen zur Vertiefung der Beziehungen trotz Streitpunkten äußerten. Merz forderte China erneut auf, seinen Einfluss für eine Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geltend zu machen. Zum Herbst wurden deutsch-chinesische Regierungskonsultationen vereinbart, und Merz kündigte einen chinesischen Großauftrag für Airbus an.
Kritik und gemischte Bilanz
Merz kritisierte wirtschaftliche Ungerechtigkeiten wie unfairen Wettbewerb und chinesische Subventionen, sprach das heikle Thema Menschenrechte jedoch öffentlich nicht an, um nicht zu "maßregeln". Trotz dieser diplomatischen Zurückhaltung brachte er keine konkreten Zugeständnisse oder Verbesserungen der Wettbewerbsbedingungen mit nach Hause. Die Reise zeigte die verschobenen globalen Machtverhältnisse und den harten wirtschaftlichen Wettbewerb, wobei Merz dennoch auf Kooperation und Investitionen setzt.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.