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Wirtschaft 17.07.2026, 09:29 Aktualisiert: 17.07.2026, 12:01

Niedrigwasser im Rhein bedroht Schifffahrt und Energieversorgung

Schiffe können nur mit einem Drittel der üblichen Frachtkapazität beladen werden.

Wichtige Fakten

  • Schiffe können nur mit einem Drittel der üblichen Frachtkapazität beladen werden.
  • Der Wasserstand in Karlsruhe liegt bei 450–500 Kubikmetern pro Sekunde, halb so viel wie normal.
  • Kraftwerke wie in Iffezheim können seit Mai nicht in Volllast betrieben werden.
  • Begradigte Flüsse wie der Rhein heizen sich schneller auf und fallen schneller trocken.
  • NABU sieht Niedrigwasser als Zeichen des Klimawandels.

Aktuelle Lage am Rhein

Der Rhein hat aktuell einen historisch niedrigen Wasserstand. Bei Karlsruhe fließen nur noch 450 bis 500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, vor zehn Tagen waren es noch knapp doppelt so viel. Binnenschiffe können aufgrund des Niedrigwassers zum Teil nur mit einem Drittel der regulären Frachtkapazität beladen werden. Dies führt zu mehr Fahrten und steigenden Kosten für Unternehmen und Endverbraucher.

Auswirkungen auf die Energiegewinnung

Auch Kraftwerke, die direkt am Rhein liegen, sind betroffen. Das Wehr in Iffezheim mit seinem Wasserkraftwerk kann seit Mai dieses Jahres nicht mehr in Volllast betrieben werden. Normalerweise tritt diese Situation erst später im Jahr ein. Die Landesanstalt Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) betont, dass solch niedrige Wasserstände zu dieser Jahreszeit bisher noch nie in ihren Daten auftraten.

Ursachen und Konsequenzen

Der Klimawandel ist nach Ansicht von Umweltschutzorganisationen der Hauptgrund für die immer häufigeren und längeren Niedrigwasserperioden. Finn Zenker vom NABU sagt: „Die Niedrigwasserperiode, die wir haben, trägt die Handschrift des Klimawandels.“ Bei Niedrigwasser heizen sich breite, begradigte Flüsse wie der Rhein stark auf, was die Sauerstoffsättigung verringert und das Ökosystem gefährdet. Unternehmen, die Flusswasser zur Kühlung nutzen, müssen bei warmem Wasser ihre Entnahme einschränken – etwa das Kohlekraftwerk in Karlsruhe, das bei Wassertemperaturen über 28 Grad Celsius nur mit Ausnahmegenehmigung weiterbetrieben werden darf.

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