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Wissen 08.08.2026, 09:17 Aktualisiert: 08.08.2026, 18:00

Niedrigwasser legt Kriegsrelikte und Mammutknochen frei

Donau-Niedrigwasser legt Wehrmachtsreste und Tellermine in Budapest frei.

Wichtige Fakten

  • Donau-Niedrigwasser legt Wehrmachtsreste und Tellermine in Budapest frei.
  • In Bulgarien werden Mammutknochen im Flussbett gefunden.
  • Serbien: 200 versenkte Nazi-Schiffe werden sichtbar.
  • Slowakei: Seemine aus Weltkrieg entdeckt, Schifffahrt zeitweise gesperrt.
  • Ungarn und Slowakei ringen um Wasserverteilung, AKW Paks gedrosselt.

Rekord-Niedrigwasser legt historische Zeugnisse frei

Die anhaltende Hitze und Trockenheit in Europa haben zu Rekord-Tiefständen der großen Flüsse geführt. In der Donau bei Budapest entdeckten Mitarbeiter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Überreste von zwei Wehrmachtssoldaten sowie eine Tellermine, die zur Panzerabwehr diente. Auch ein Motorrad und zwei Erkennungsmarken wurden geborgen. Der Kampfmittelräumdienst war im Einsatz. In Bulgarien kamen bei dem Dorf Rjachowo überraschend Mammutreste zum Vorschein: Ein Anwohner fand einen Unterkiefer, zwei Stoßzähne und eine Rippe. Das regionale Geschichtsmuseum in Russe bestätigte den Fund und analysiert nun Alter und Herkunft.

Kriegsschiffe und Seeminen in Serbien und der Slowakei

Serbische Medien berichten, dass das Niedrigwasser in der Nähe des Flusshafens Prahovo mehrere Schiffswracks der deutschen Marine aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt hat. Sie stammen von der Schwarzmeerflotte, die die Nazis am Ende des Krieges versenkten, um die Donau unpassierbar zu machen. In der Slowakei wurde bei der Gemeinde Virt eine Anti-Schiffsmine aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, woraufhin der Flussabschnitt für die Schifffahrt gesperrt wurde.

Wasserstreit zwischen Ungarn und der Slowakei

Die Trockenheit führte auch zu politischen Spannungen: Das Atomkraftwerk Paks in Ungarn benötigt Donauwasser zur Kühlung und musste seine Leistung drosseln. Ungarn bat die Slowakei, mehr Wasser durchzuleiten, doch der slowakische Umweltminister Tomáš Taraba lehnte ab, um nicht selbst in eine kritische Situation zu geraten. Nach intensiven Gesprächen stabilisierte sich die Wassermenge laut ungarischer Außenministerin. Experten wie Susanne Schmeier von der Universität Utrecht betonen, dass die Verteilung knapper Wasserressourcen künftig häufiger zu Verhandlungen führen wird und Kooperation entscheidend sei.

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