Dritte Festnahme: Nord-Stream-Ermittler erwischen ukrainischen Tauchlehrer in Kroatien
Wichtige Fakten
- • Volodymyr Zhuravlev in Pula/Kroatien festgenommen – er soll Sprengsätze an Nord Stream angebracht haben.
- • Zhuravlev war als Berater für den Film 'Snake Island' mit Sean Penn tätig, der die Anschläge nachstellt.
- • Deutsche Bundesanwaltschaft wirft den Tauchern Kriegsverbrechen vor Verbindungen zu ukrainischen Geheimdiensten.
- • Polnisches Gericht verweigert Auslieferung; EU-Rechtskonformität erneut im Fokus des Falls Zhuravlev.
Dritte Festnahme in der Nord-Stream-Affäre
Die Bundesanwaltschaft hat in Kroatien den ukrainischen Taucher Wolodymyr Zhuravlev festgenommen, einen mutmaßlichen Drahtzieher der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines. Zhuravlev war zuvor geflohen, nachdem er in Polen zeitweise untertauchen konnte. Er soll nun auf Basis eines europäischen Haftbefehls an Deutschland überstellt werden. Der Festgenommene wurde nach Angaben deutscher Ermittler in der kroatischen Stadt Pula festgenommen; er war dort als Filmberater für den politischen Thriller 'Snake Island' tätig, der die Sabotage-Aktion nachstellt.
Auslieferungshürden und deutsche Ermittlungen
Zhuravlevs Anwalt gab an, gegen die Überstellung nach Deutschland zu kämpfen – er beruft sich auf frühere polnische Urteile, die die deutsche Zuständigkeit für den Anschlag angezweifelt hatten. Dies hatte zu diplomatischen Spannungen geführt. Die kroatischen Behörden könnten das Auslieferungsgesuch jedoch anders bewerten als Polen. Der Verdacht gegen Zhuravlev sowie den bereits früher in Italien festgenommenen Ukrainer Serhii K. bleibt die Grundlage der deutschen Anklage, die die Aktion als Unterstützung eines Kriegsverbrechens wertet. Die Ermittler sehen die Gruppe in Verbindung zu ukrainischen staatlichen Stellen, was deren Bestreitung gegenübersteht.
Politische Dynamik verschärft
Die jüngste Festnahme befeuert die politische Debatte in Deutschland – sowohl das BSW als auch die AfD fordern infolgedessen einen Stop der deutschen Militärhilfen für die Ukraine. In der Regierungskoalition pocht man auf den laufenden Prozess und betont rechtsstaatliche Grundsätze. Besonders deutlich äußerte sich Bundesinnenminister Dobrindt: Man werde alle Täter zur Rechenschaft ziehen. Spannungen zwischen Berlin, Warschau und Kiew sind wahrscheinlich Teil der kommenden außenpolitischen Auseinandersetzungen; konkrete politische Schritte könnten vom Prozessausgang abhängen.
Das könnte Sie auch interessieren
Bundesanwaltschaft ermittelt gegen mutmaßlichen Anstifter von Com-Netzwerken
Russischer Großangriff auf Kiew: mindestens 16 Tote, tagelange Luftalarme und internationale Reaktionen
Ukrainische Kriegsgefangene: Zwischen den Fronten - Wenn eigene Bürger für Russland kämpfen
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.