Nordsee-Bohrungen: Jackdaw und Rosebank würden Gasimportabhängigkeit kaum reduzieren
Wichtige Fakten
- • Jackdaw-Feld würde nur etwa 2% der aktuellen britischen Gasimporte ersetzen
- • Rosebank-Feld (hauptsächlich Öl) würde Gasimportabhängigkeit um nur 1% reduzieren
- • Neue Bohrungen würden Öl- und Gaspreise nicht senken oder Energiesicherheit verbessern
- • Entscheidung der Labour-Regierung über die Felder steht noch aus
- • Fossilindustrie fordert Steuererleichterungen für die Erschließung der Felder
Geringer Einfluss auf Importabhängigkeit
Neue Untersuchungen zeigen, dass die Erschließung großer Nordsee-Gasfelder wie Jackdaw und Rosebank die britische Abhängigkeit von Gasimporten kaum verringern würde. Das Jackdaw-Feld, eines der größten unerschlossenen Gasvorkommen in der Nordsee, würde nur etwa 2% der aktuellen Gasimporte des Vereinigten Königreichs ersetzen. Das überwiegend ölhaltige Rosebank-Feld würde die Gasimportabhängigkeit sogar nur um etwa 1% reduzieren.
Politische Entscheidung ausstehend
Energieminister Ed Miliband steht unter Druck von fossilen Industrieunternehmen, Gewerkschaften und oppositionellen Konservativen, die Bohrungen zu genehmigen, hat aber noch keine Entscheidung getroffen. Die Felder sind von Labours Verbot neuer Nordsee-Lizenzen ausgenommen, da ihre Anträge bereits vor Regierungsübernahme eingereicht wurden. Während Finanzministerin Rachel Reeves früher Bohrungen befürwortete, betonte sie kürzlich erneuerbare Energien als Lösung für Ölkrisen.
Klima- und Wirtschaftsbedenken
Expert:innen wie Tessa Khan von Uplift argumentieren, dass die Felder "verschwindend wenig" zur britischen Gasproduktion beitragen und bei Verbrennung die Klimaziele gefährden würden. Studien zeigen zudem, dass neue Bohrungen weder Preise senken noch dauerhafte Arbeitsplätze schaffen würden, während die Industrie Steuererleichterungen fordert. Parallel profitieren Ölkonzerne von geopolitischen Spannungen – seit Beginn des Iran-Konflikts stieg BPs Marktwert um etwa ein Viertel.
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