Waffenruhe bröckelt: Straße von Hormus bleibt trotz Abkommen weitgehend gesperrt
Wichtige Fakten
- • Nur etwa 15 Schiffe passierten die Straße von Hormus seit Waffenruhe-Beginn - statt täglich 140 vor dem Konflikt.
- • Europa droht in drei Wochen Kerosin-Engpass, da 40% der Diesel- und Kerosinimporte durch die Meerenge kommen.
- • US-Präsident Trump kritisiert Iran scharf für mangelnde Öffnung und mögliche Maut-Pläne in Kryptowährungen.
- • Der Ölpreis fiel nach Waffenruhe-Ankündigung kurzzeitig, bleibt aber rund 50% höher als vor Kriegsbeginn.
- • Reedereien raten weiter von der Durchfahrt ab und lehnen iranische Mautforderungen als illegitim ab.
Waffenruhe zeigt kaum Wirkung
Trotz der vereinbarten Waffenruhe bleibt die Straße von Hormus weitgehend gesperrt, was die globale Energieversorgung weiter gefährdet. Seit Beginn der Waffenruhe passierten nur etwa 15 Schiffe die strategische Meerenge - ein Bruchteil der üblichen 140 Schiffe täglich vor dem Konflikt. US-Präsident Donald Trump wirft dem Iran vor, sich nicht an die Vereinbarung zu halten, und kritisiert Berichte über mögliche Durchfahrtsgebühren in Kryptowährungen scharf. Die Reedereiverbände Intertanko und Stena Bulk raten ihren Mitgliedern weiterhin von der Nutzung der Wasserstraße ab und lehnen iranische Mautforderungen als Verstoß gegen internationales Recht ab.
Europas Energieversorgung unter Druck
Die anhaltende Sperrung hat direkte Auswirkungen auf Europa: Nach Warnungen des Airports Council International droht dem Kontinent in nur drei Wochen ein Kerosin-Engpass, da etwa 40% der europäischen Diesel- und Kerosinimporte durch die Straße von Hormus kommen. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich ernüchtert über die fragile Lage und betonte, dass die Positionen der Beteiligten noch weit auseinanderlägen. Zwar fielen die Ölpreise nach der Waffenruhe-Ankündigung kurzzeitig, doch sie liegen immer noch rund 50% höher als vor Kriegsbeginn am 28. Februar.
Verhandlungen stocken, Folgen verschärfen sich
Die für Samstag geplanten direkten Gespräche zwischen US-Vizepräsident JD Vance und iranischen Vertretern in Islamabad stehen unter schwierigen Vorzeichen. Neben der Straßenöffnung streiten die Parteien auch über die Einbeziehung des Libanon in die Waffenruhe. Währenddessen warnen Experten vor langfristigen Folgen: Selbst bei einer Einigung würde es Zeit brauchen, bis der Schiffsverkehr wieder anläuft und beschädigte Produktionsanlagen repariert sind. Die EU-Kommission rechnet nicht mit einer kurzfristigen Entspannung der Krise, was die Diskussionen über beschleunigte Energiewende-Maßnahmen verstärkt.
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