Operation Black Vote fordert von Burnham Wandel in der Rassenpolitik
Wichtige Fakten
- • Andy Burnham wird am Montag neuer britischer Premier.
- • David Weaver fordert Maßnahmen gegen Rassismus und soziale Ungleichheit.
- • Windrush-Skandal: Weiterhin unzureichende Entschädigung für Betroffene.
- • Umfragen zeigen hohe Zustimmung zu entfremdenden Positionen bei Reform UK.
- • Operation Black Vote setzt auf lokale Bürgerbeteiligung und Dialog mit Rechten.
Historische Chance für Rassismus-Debatte
David Weaver, Vorsitzender von Operation Black Vote (OBV), sieht im neu gewählten Premierminister Andy Burnham die Chance, die gesellschaftliche Stimmung gegenüber Rassismus grundlegend zu verändern. Burnham, der am Montag sein Amt antritt, müsse den Fokus von rassistischen und migrationspolitischen Diskursen abwenden und stattdessen Klassenunterschiede und regionale Ungleichheiten bekämpfen. Laut Weaver hätte Burnhams Programm – mit Schwerpunkten auf Dezentralisierung, Reindustrialisierung und technischer Bildung – das Potenzial, sowohl schwarze als auch weiße Arbeiterklasse zu stärken. Dennoch dürfe die spezifische Realität von Rassismus nicht ignoriert werden.
Bedrohung für Minderheiten durch verbalen Hass
Weaver warnte vor einer zunehmend feindseligen Stimmung gegenüber schwarzen und asiatischen Briten, die durch ethnonationalistische Rhetorik vom rechten politischen Rand verstärkt wird. Umfragen zeigten, dass 54 Prozent der Reform-UK-Anhänger die Ausweisung nicht-weißer EU-Bürger befürworteten, bei in Großbritannien Geborenen sind es 22 Prozent. Angesichts des Windrush-Skandals, bei dem schwarze Briten Staatsbürgerschaftsrechte verloren, forderte Weaver rechtliche Unterstützung für die Opfer und eine Reform des Entschädigungssystems. Zudem müsse Burnham die verweigerte Parteimitgliedschaft Diane Abbotts wiederherstellen, einer der ersten schwarzen Labour-Abgeordneten.
Operation Black Vote forciert Dialog über Ländergrenzen hinweg
OBV feiert sein 30-jähriges Bestehen mit einem Fokus auf lokale Projekte wie Bürgerräte und Gemeindearbeit. Weaver betonte die Bedeutung von Koalitionen mit weißen Arbeiterklassegruppen, die ähnliche Repräsentationsdefizite erlebten. Es sei wichtig, auch mit rechten Aktivisten ins Gespräch zu kommen und über gemeinsame soziale Probleme zu diskutieren. Während er Eskapismus ablehnt, mahnte Weaver einen langfristigen gesellschaftlichen Wandel an, der nicht mehr primär von Rassendiskursen geprägt sei.
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