Rekordhitze in Europa: Extreme Temperaturen erreichen Deutschland und Polen
Wichtige Fakten
- • Temperaturen in Deutschland und Polen erreichen am Wochenende bis zu 41 Grad.
- • Laut Copernicus hat sich Europa seit 1850 um 2,4 Grad erwärmt.
- • Die Hitzewelle ist durch menschengemachten Klimawandel laut Studie zehnmal wahrscheinlicher.
- • Bundesregierung prüft angesichts der Hitzewelle verbessertes Krisenmanagement.
- • UK verzeichnet Rekord-Juni-Tag mit 36,9 Grad; Gesundheitssystem unter Druck.
Aktuelle Hitzewelle in Europa
Deutschland und weite Teile Europas erleben eine außergewöhnliche Hitzewelle mit Temperaturen weit über 30 Grad, die am Wochenende in Deutschland und Polen örtlich die 40-Grad-Marke überschreiten. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor extremer Hitze. In Großbritannien wurde an drei aufeinanderfolgenden Tagen der Juni-Temperaturrekord gebrochen, zuletzt mit 36,9 Grad in Suffolk. Frankreich verzeichnete den heißesten Juni-Tag und die wärmste Nacht. Die Hitzewelle führt zu steigender Nachfrage nach Kühlung; der britische Netzbetreiber rief eine zweite Marktwarnung aus. In mehreren Ländern bereiten sich Krankenhäuser auf eine erhöhte Belastung vor.
Gesundheitliche und praktische Tipps
Gesundheitsbehörden empfehlen, mindestens 2,5 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßte Tees zu trinken, fettige Speisen zu meiden und Alkohol zu vermeiden. Räume sollten tagsüber abgedunkelt und gelüftet werden, nur in kühlen Morgen- oder Nachtstunden. Ventilatoren und nasse Tücher können helfen; Sport im Freien sollte in die frühen Morgenstunden verlegt werden. Besonders gefährdet sind Ältere, Kinder, Schwangere und Vorerkrankte; Hitzschlag und Kreislaufprobleme drohen.
Hitzeschutzpläne und politische Maßnahmen
Bund, Länder und Kommunen arbeiten an Hitzeschutzplänen, jedoch wird die Umsetzung durch föderale Zuständigkeiten und Finanzierungsprobleme erschwert. Der Bund hat einen Hitzeschutzplan für Gesundheit vorgelegt, fördert Modellprojekte und prüft eine Grundgesetzänderung für dauerhafte Unterstützung. Die Grünen fordern ein Fünf-Milliarden-Programm. Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert unzureichende Vorbereitung: Städte versiegeln weiter Flächen, Bäume verschwinden. In Großbritannien wurde eine Taskforce zu Klimarisiken eingerichtet.
Der Klimawandel als treibende Kraft
Laut dem EU-Programm Copernicus hat sich Europa seit der Industrialisierung um 2,4 Grad erwärmt. Eine Attributionsstudie zeigt, dass die aktuelle Hitzewelle ohne Klimawandel fast unmöglich wäre; ihre Wahrscheinlichkeit hat sich seit 2003 verzehnfacht. Ohne deutliche Emissionsreduktionen wird die Anzahl der Hitzetage und Tropennächte bis 2100 weiter steigen, begleitet von stärkeren Starkregen. Die Steinzeitfestspiele in Belgien wurden abgesagt, der österreichische Grand-Prix rief eine Hitzewarnung aus.
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