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Politik 18.07.2026, 11:01 Aktualisiert: 18.07.2026, 18:00

Jens Spahn tritt als Unions-Fraktionschef zurück

Jens Spahn ist durch eine Leihmutter in den USA Vater geworden.

Wichtige Fakten

  • Jens Spahn ist durch eine Leihmutter in den USA Vater geworden.
  • Spahn trat nach wachsendem Druck aus der CDU als Fraktionschef zurück.
  • Kanzler Merz nannte den Rücktritt richtig und unvermeidlich.
  • Die Suche nach einem Nachfolger für Spahn hat begonnen.
  • Opposition und Kirche kritisierten Spahns Doppelmoral und Glaubwürdigkeit.

Rücktritt von Jens Spahn

Jens Spahn ist als Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag zurückgetreten. In einem Schreiben an die Fraktion begründete er den Schritt mit dem wachsenden Widerspruch zwischen seiner privaten Entscheidung, durch eine Leihmutter in den USA Vater zu werden, und den Erwartungen an sein Amt. Der Druck aus den eigenen Reihen war in den letzten Tagen stark gestiegen. Kanzler Friedrich Merz (CDU) bezeichnete den Rücktritt als „richtig und unvermeidlich“. Spahn selbst bat darum, im Ton menschlich zu bleiben, und stellte seine Familie in den Vordergrund.

Reaktionen aus Politik und Kirche

Während Koalitionspartner wie die SPD Respekt für Spahns Entscheidung zollen, sieht die Opposition den Schritt als überfällig. Die Grünen-Fraktionschefs sprachen von einer Anhäufung von Skandalen, die zur Führungsschwäche geführt hätten. Die Linke kritisierte Doppelmoral mit Blick auf die Corona-Maskenaffäre. Kirchenvertreter, darunter Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl und der katholische Bischof Stefan Oster, warfen Spahn ebenfalls Doppelmoral vor. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann übernimmt bis zur Neuwahl eines Fraktionsvorsitzenden die Amtsgeschäfte.

Nachfolgesuche und Ausblick

Als mögliche Nachfolger werden Kanzleramtschef Thorsten Frei und Innenminister Alexander Dobrindt gehandelt. Die Personalentscheidung könnte weitere Ämterwechsel nach sich ziehen. Die CDU-Spitze betont, dass die Glaubwürdigkeit der Partei wiederhergestellt werden müsse. Die Fraktion bleibt handlungsfähig; die reguläre Fraktionssitzung nach der Sommerpause ist für September geplant. In der Debatte über Leihmutterschaft in Deutschland hält die CDU weiter an ihrem strikten Verbot fest.

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