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Gesellschaft 13.01.2026, 09:31 Aktualisiert: 13.01.2026, 16:02

Sondervermögen: Unwort des Jahres 2025 verdeutlicht irreführende Sprachverwendung

Das Unwort des Jahres 2025 ist 'Sondervermögen'.

Wichtige Fakten

  • Das Unwort des Jahres 2025 ist 'Sondervermögen'.
  • Die Jury kritisiert den Begriff als irreführend, da er die wahre Bedeutung, nämlich die Schuldenaufnahme, verschleiert.
  • Im öffentlichen und politischen Sprachgebrauch wurde 'Sondervermögen' vermehrt verwendet und prägte die Debatte über Staatsverschuldung und Investitionsprogramme deutlich.
  • Auf Platz zwei der Unwörter 2025 steht 'Zustrombegrenzungsgesetz', das Zuwanderung negativ konnotiert.
  • Die Jury besteht aus vier Sprachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, einer Journalistin sowie jährlich wechselnden Mitgliedern.
  • Ronen Steinke, ein Autor, Jurist und Journalist, war dieses Jahr Teil der Jury.
  • Insgesamt gab es 2.631 Einsendungen mit 553 verschiedenen Ausdrücken, von denen rund 70 den Kriterien der Jury entsprachen.
Das Unwort des Jahres 2025 wurde mit dem Begriff 'Sondervermögen' ausgezeichnet. Die unabhängige Jury der sprachkritischen Aktion in Marburg kritisierte den Begriff aufgrund seiner irreführenden Natur, da er dazu beitrage, die Schuldenaufnahme zu verschleiern und dadurch eine euphemistische Bedeutung hervorhebe. 'Sondervermögen' sei zunehmend im politischen Diskurs benutzt worden und habe die Debatten über die Staatsverschuldung und Investitionsprogramme deutlich geprägt. Die öffentliche Wahrnehmung des Begriffs, der oft als eine abgetrennte Menge von Eigentum verstanden wird, steht im Gegensatz zu seiner eigentlichen Bedeutung im Kontext von Staatsfinanzen, nämlich den schuldenfinanzierten Nebenhaushalten. Auf Platz zwei der Liste steht das 'Zustrombegrenzungsgesetz', welches durch seine 'Wassermetapher' eine Bedrohung suggeriere und Zuwanderung negativ darstelle.

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