Staatliche Sefe plant LNG-Käufe bis 2050 – Klimaziele in Gefahr
Wichtige Fakten
- • Sefe will ab 2030 für 20 Jahre LNG aus Kanada importieren.
- • Deutschlands Klimaneutralität ist für 2045, EU für 2050 geplant.
- • EU-Richtlinie verbietet Gasverträge über 2049 hinaus, aber Ausnahmen möglich.
- • Das CDU-geführte Ministerium sieht keine Konflikte mit Klimazielen.
- • Kritiker fordern, den Vertrag wegen Verstoß gegen die Richtlinie zu stoppen.
Hintergrund des geplanten LNG-Vertrags
Das staatliche Unternehmen Sefe (ehemals Gazprom Germania) beabsichtigt, ab 2030 für bis zu 20 Jahre Flüssigerdgas (LNG) aus Kanada zu importieren. Die Absichtserklärung mit dem Konsortium Ksi Lisims wurde Ende Mai veröffentlicht. Dies steht im Widerspruch zum deutschen Klimaziel der Klimaneutralität bis 2045 und der EU-weiten Vorgabe bis 2050.
Politische Kritik und rechtliche Bedenken
Der Grünen-Politiker Michael Kellner wirft dem CDU-geführten Bundeswirtschaftsministerium vor, das Fossil-Ende zu umgehen. Auch SPD-Energieexpertin Nina Scheer bemängelt, dass der Vertrag die EU-Gasbinnenmarkt-Richtlinie verletzen könnte, die langfristige Gaslieferverträge ab 2049 verbietet. Das Ministerium hält dagegen, dass das Gas nach 2045 auf asiatischen Märkten verkauft werden könne.
Umweltverbände warnen
Die Deutsche Umwelthilfe fordert die Bundesregierung auf, Sefe anzuweisen, den Vertrag zu widerrufen. Sie warnt vor einem LNG-Überangebot und fehlender Abnahmegarantie bei sinkendem Gasbedarf in Europa.
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