Taliban fordern mehr Diplomaten in EU als Gegenleistung für Abschiebungen
Wichtige Fakten
- • Taliban wollen Diplomaten in EU gegen Abschiebehilfe.
- • Bislang haben sie Vertreter nur in Deutschland und Norwegen.
- • Kritiker befürchten Kontrollverlust über Botschaften.
- • Taliban betreiben über Dubai Cloud Dienste konsularische Webseiten.
Taliban planen Ausweitung diplomatischer Präsenz in EU
Die Taliban wollen künftig in weitere EU-Staaten eigene Diplomaten entsenden. Laut NDR-Recherchen ist dies eine zentrale Forderung bei einem geplanten Besuch einer Taliban-Delegation in Brüssel. Im Gegenzug streben die Islamisten eine Zusammenarbeit bei Abschiebungen von afghanischen Staatsbürgern an. Länder, die solche Abschiebungen erleichtern wollen, sollen mindestens einen Taliban-Vertreter in der afghanischen Botschaft akzeptieren – nach dem Vorbild Deutschlands.
Bisherige diplomatische Erfolge der Taliban
Bislang entsenden die Taliban in der EU nur nach Deutschland und nach Norwegen eigene Diplomaten. In der afghanischen Botschaft in Berlin und im Generalkonsulat in Bonn haben zwei Talibande-Vertreter faktisch die Leitung übernommen, ohne dass die Bundesregierung dies formal akzeptiert hat. In Oslo ist ein Taliban-Vertreter seit 2025 offiziell Geschäftsträger.
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